17.10.2013

Phubbing und Phrespecting


Unhöflichkeit hat einen neuen Namen, findet der Arbeitskreis Umgangsformen International (AUI). Wer sich ständig mit dem Smartphone oder Handy beschäftigt, SMS-, E-Mail-, Facebook- oder What’s app-Nachrichten checkt und verfasst oder sich im Internet tummelt, WÄHREND er mit einer anderen Person in einer Situation zusammen ist, der betreibt Phubbing! So lautet die neue Wortkreation aus „phone“ (für Telefon) und „snubbing“ (= vor den Kopf stoßen). Früher gab es den normalen zwischenmenschlichen Kontakt. Man schwieg sich an oder redete miteinander. Heute gibt es eben das Ausblenden, dass eine andere Person mit an Bord ist, und das Abtauchen in die große Smartphone-Welt.

Für Betroffene (also die gephubbten) und viele andere Menschen ist solches Verhalten inakzeptabel und nervig. Als Beobachterin empfinde ich dasselbe: Menschen, die auf einer Party den ganzen Abend mit ihrem Handy unter Freunden (?) stehen. Das ständige Gepiepe und Geschnurre, wenn What’s app sich wieder gemeldet hat. Das Fotografieren jedweder Freizeitsituation, um sofort ein neues Bild auf Facebook einzustellen. Ich glaube, jeder von uns kennt zahlreiche Beispiele.

Die unterschwellige, doch eindeutige Botschaft ist: „Du, Mensch mir gegenüber (oder ihr, Menschen um mich herum), verdienst meine Aufmerksamkeit gar nicht, bist für mich völlig unwichtig.“ Klarer kann Missachtung kaum dargestellt werden. Das schreibt der AUI dazu. Seine Empfehlung lautet: Zeigen Sie deshalb besser Ihren Mitmenschen, dass Sie sie (be-)achten und wertschätzen, indem Sie in entsprechenden Konstellationen die Wichtigkeit von Smartphone & Co. hintenan stellen und Ihre Aufmerksamkeit denen schenken, die sich in Ihrer Gesellschaft befinden. Vielleicht entwickelt sich dann bald ein weiterer neuer Begriff: Phrespecting - zusammengesetzt aus „phone“ (Telefon) und „respecting“ (respect = achten, respektieren).

„Ich phrespecte dich“ oder wie heißt es dann? Na ja. Meine Worte sind die folgenden, und sie kommen wirklich nur selten vor: „Ich erwarte einen wichtigen Anruf, ist es in Ordnung für dich, wenn ich unsere Unterhaltung dann kurz unterbreche?“ oder „Ich schreibe eben noch meine SMS fertig, damit XY weiß, wo ich zu finden bin. Dann bin ich voll und ganz für dich da!“


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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