21.03.2013

Putzmarathon oder frohes Aufräumen?


Heute erwarten wir Besuch. Und da wir gerade umgezogen sind, sind unsere 4 Wände zurzeit alles andere als besuchergerecht. Deshalb flitze ich schon seit gestern durch das Haus, entrümple hier und räume da – alles für unsere Gäste. Endlich bin ich motiviert Bilder aufzuhängen, den Zugang zum Schuhregal freizumachen oder die restlichen Werkzeuge in den Keller zu bringen. Hätten wir keinen Besuch, würde ich das alles vermutlich aufschieben bis zum Tag X.

Ich kenne das noch sehr gut von früher, als wir dabei waren, unser altes Haus komplett zu renovieren. Immer, wenn sich Besuch angekündigt hatte, kamen wir einen Siebenmeilenschritt voran: Mal verpassten wir Flur und Treppenhaus einen bunten Anstrich, ein andermal waren es das Badezimmer oder die Gästetoilette, denen wir den nötigen Feinschliff gaben. Das alles taten wir mit großer Motivation. Die Aufschieberitis hatte keinen Nährboden mehr. Wir freuten uns, bemerkten den Zusammenhang und nahmen uns vor, noch mehr Leute einzuladen ...

Er kann aber auch anders wirken, der Besuch. Auch das kennen wir. Das ist der Besuch, der uns unter Druck setzt. Bei ihm haben wir das Gefühl, jedes Staubkorn, jede Spinnwebe und jede Schliere am Boden oder an den Fenstern beseitigen zu müssen. Kurz bevor er kommt, hetzen wir schweißgebadet mit Staubsauger, Staubwedel und Haushaltsreiniger durch die Wohnung. Wir wissen: Wir werden das niemals alles schaffen! Im Hintergrund hüpft das schlechte Gewissen auf und ab: „Hättest ja früher anfangen können! Bist halt doch nicht so perfekt! Wer hat schon Spinnen gern und lässt sie absichtlich bei sich wohnen!“

Auf diese Art von Besuch wollen wir gerne verzichten. Er motiviert nicht. Er zieht runter. Was können wir also dagegen tun? Erstens: Unsere gute Stimmung bewahren, das ist eine bewusste Entscheidung. Zweitens: Diesen Besuch gar nicht erst einladen, was unter Umständen eine Freundschaft überflüssig machen kann. Drittens: Wenn es sich nicht vermeiden lässt, weil die Besucher z. B. zur Verwandtschaft gehören, den unperfekten Zustand unseres Haushaltes gelassen hinnehmen (und aushalten). Wenn wir den Menschen lieb sind, kommen sie wieder. Wenn nicht, hatte Drittens auch seine gewünschte Wirkung und Zweitens tritt in Kraft.

Irgendwie habe ich das Gefühl, dass viele Menschen solche Besuche kennen. Denn sehr oft höre ich bei anderen: „Neulich war ich bei der Gisela zu Besuch. ‚Das ist ja schön!’, sagte ich zu ihr. ‚Bei dir ist auch nicht alles piccobello sauber!’ Solche Menschen mag ich, die lade ich auch gerne ein. Wenn ich weiß, dass ich keinen Putzmarathon veranstalten muss!“


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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