11.11.2013

Raubtier-Prävention


„Also, wir machen das so: Zuerst bringe ich Eva dorthin, dann komme ich dich am Bahnhof abholen und dich an der Schule. Dann müssen wir nur noch sehen, wie und wo Alexa zu uns stößt.“ Klingt kompliziert, ist es auch: Vier Frauen wollen zu einer Weiterbildung fahren, doch auf dem Mitfahrparkplatz ward ein Marder gesehen. Eine Frau kommt von weit her mit dem Zug, eine muss vorher noch Eva wegbringen, die anderen müssen einen mardersicheren Platz zum Parken finden und vor der Weiterbildung noch das Familienprogramm an der Schule besuchen. Ich kann euch sagen: Bis wir diese Wochenendaufgabe gelöst hatten, waren einige Telefonminuten vergangen!

Eine der Frauen hatte kürzlich erst einen Marderschaden. Eine andere hatte auf dem Mitfahrparkplatz im Dunkeln den Marder entdeckt. So fiel der Parkplatz, den wir sonst immer nutzen und der sehr zentral für alle liegt, aus. Die Frage war ab dann: Welchen alternativen Treffpunkt gibt es? Können wir dort sicher sein, dass kein Marder auftaucht? Meiner Erfahrung nach ist es relativ egal, ob wir draußen in der Wildnis parken oder im Wohngebiet. Marder gibt es inzwischen überall. Als ich dann erklärte, warum es zu einem Marderschaden kommt, war Alexa baff. „Woher weißt du denn so was?“ „Ach, ich lese simplify Wissen“, antwortete ich. Bisher hatte ich zwar noch kein Marderschaden, aber ich habe mir gut behalten, was meine Kollegin Bettina Röttgers dazu geschrieben hat:

Biologen fanden heraus: Der Marder schlägt seine Zähne aus purem Jähzorn ins Kabel. Denn ihn stören die Duftmarken, die andere Marder in seinem Revier hinterlassen haben. Marder gehen nachts auf Jagd, meiden aber freies Gelände. Unter den Kühlerhauben parkender Autos finden sie ideale Deckung. Dort halten sie sich immer nur kurz auf – jedoch nie, ohne das eroberte Terrain mit ihrem Duft zu markieren. Wechseln Sie nun den Standplatz Ihres Autos oder verirrt sich ein Marder aus anderen Gründen in ein fremdes Revier, ist der Motorschaden vorprogrammiert. Von den Duftmarken seines Vorgängers gereizt, beißt der Marder in die Weichteile des Motorraums, d. h. in Schläuche und Kabel. Manchmal versucht er sogar, diese ganz zu beiseitigen – schließlich will er alle Spuren seines Nebenbuhlers tilgen. Marder zeigen außerdem ein starkes „orales Erkundungsverhalten“, wie Zoologen es nennen: So wie wir Menschen Gegenstände betasten, untersuchen Marder sie mit den Zähnen. Allein das schadet den Autokabeln, denn die Tiere haben ein typisches Raubtiergebiss, mit dem sie nur hart zubeißen können.

Rund 160.000 Autos sollen jedes Jahr betroffen sein. Unsere Leserin Tatjana R. hat es übrigens auch erwischt. Sie schickte uns folgenden Tipp:

Mein wundschönes neues Auto wurde auch von Mardern geliebt. Innerhalb von 14 Tagen musste ich fünfmal zum Autohändler, um alle durchgebissenen Schläuche der Scheibenwischanlage zu erneuern. ?Beim fünften und bisher letzten Besuch hatte ich ein flexibles Elektro-Instalationsrohr, Außendurchmesser 16 mm, mit im Gepäck, damit die freundlichen Mechaniker dieses um alle mardergeliebten Gummischläuche legen konnten.? Seitdem sah ich zwar schon mehrmals kleine Pfotenspuren auf dem Auto, aber keine Fressspuren mehr!?

Übrigens: Wissen Sie, woran Sie erkennen, ob ein Marder oder eine Katze auf Ihrem Auto herumgeturnt ist? Sind vier Zehen zu erkennen, stammen diese meist von einer Katze. Fünf Zehen hingegen warnen vor „Martes foina“, dem verbreiteten Steinmarder.


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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