15.01.2014

Raus aus der Sackgasse!


Eine Sackgasse. Wir verwenden den Begriff gerne, wenn sich in unserem Leben etwas festgefahren hat. Wenn wir keinen Ausweg mehr sehen aus einer Situation, die uns belastet. Wir kommen einfach nicht weiter. Doch heute möchte ich über die echte Sackgasse erzählen. Die Straße, die einfach irgendwann aufhört. Als ich Stadtplanung studierte, war es noch ziemlich „in“, Sackgassen in Neubaugebieten zu planen. Man nennt sie auch Stichwege. Ich war nie eine Freundin davon. Natürlich lassen sich die Häuschen darum herum prima anordnen. Auf dem Plan sieht das hübsch aus. Und auch in echt kann ein interessanter Raum entstehen, wenn ein paar Gebäude einen Wende- oder Parkplatz einsäumen.

Trotzdem: Ich finde sie unpraktisch und irgendwie widernatürlich. Das ist mir gerade gestern wieder in den Sinn gekommen, als ich die Musikstunde meiner Tochter nutzte, um ein paar Minuten zu Fuß zu gehen. Ich lief auf eine Straße zu, die nicht als Sackgasse gekennzeichnet ist. Im Sommer war ich dort neugierig hineingelaufen. Vorne stand ein Schild, dass es dort Bienenhonig zu kaufen gebe. Das interessierte mich. Ich lief darauf los. Ziemlich zielstrebig. Das Haus mit dem Bienenhonig war das vorletzte. Ich wollte mir nur einen Eindruck von dem Imker verschaffen und zielstrebig weiterlaufen.

Zu dumm nur, dass ich dann plötzlich vor einer grünen Mauer stand – vor einem Zaun, hinter dem eine große Hecke wuchs. Links ging kein Fußweg weiter, rechts auch nicht, von der Straße ganz zu schweigen. Meine Zielstrebigkeit zerfiel wie ein Kartenhaus – und blieb der Nachbarschaft nicht verborgen! Die hielt sich nämlich in den gegenüberliegenden Gärten auf. In jedem Garten war jemand zugange. „Da geht’s nicht weiter“, sagte eine ältere Frau. Und alle anderen musterten mich.

Hätte man das nicht anders planen können? Ich wäre auch gerne schon mal an diversen anderen Dienstleistungen vorbeispaziert, um mir von außen ein Bild zu machen. Doch am Wendehammer einmal im Kreis zu laufen und von 5 Häusern dabei angestarrt zu werden: Das ist nicht mein Ding! Erst neulich bin ich fünfmal einen Irrweg gelaufen, als ich in einem unbekannten Neubaugebiet verzweifelt ein Schlupfloch in die angrenzende Wein- und Wiesenlandschaft suchte. Überall hörten die Straßen einfach vor einer hohen Böschung auf!

Als ich selbst auf der Suche nach einem neuen Domizil war, schaute ich mir auch einige Stichweg-Wohnungen an. Jedesmal war für mich klar: Das will ich nicht. Dort liegt der Hund begraben!

Da ich hin und wieder Klienten empfange, stellte ich mir ein Haus vor, dass gut zugänglich ist. Wo man dreimal dran vorbeifahren kann, ohne besonders aufzufallen. Wo man mit dem Auto auch gut wieder wegkommt, ohne „Wenden in drei Zügen“ vollziehen zu müssen. Ich liebe sie einfach: Die gute alte Straße, die mindestens zwei Enden hat ...

Unschlagbarer Vorteil von Stichstraßen ist: Sie sind ruhig! Kaum Autoverkehr. Gut für Familien mit kleinen Kindern. Mit zunehmendem Alter möglicherweise jedoch isolationsfördernd. Ich bin schon wieder bei den Nachteilen!

Ob im Alltag oder im Straßenverkehr: Auf eine Sackgasse kann ich gut verzichten!


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Ganz einfach Dunja

Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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