25.01.2013

Sauberkeit à la Putz und Protz


Wann war ich eigentlich das letzte Mal im Kino? Ich kann es gar nicht sagen. Es muss schon lange her sein. Doch bald werde ich gehen und meinen ersten 3D-Film anschauen: Ritter Rost. Das Kindermusical mit dem schwachen, ängstlichen, einfältigen, großspurigen und rostigen Ritter – sein Erfinder Jörg Hilbert nennt ihn selbst so – begleitet meine Tochter und mich schon seit einiger Zeit überallhin.

Nun hat Hilbert am Montag Geburtstag. Das ist eine schöne Gelegenheit, um ein paar Tipps und Aussagen in Sachen Ordnung und Sauberkeit zu präsentieren. Es gibt nämlich eine Geschichte, Ritter Rost und Prinz Protz, die handelt genau davon.

Zum Inhalt: Burgfräulein Bö, die bei Ritter Rost auf der Burg im Fabelwesenwald lebt, ist sauer: Der Ritter soll aufräumen helfen, sitzt aber die ganze Zeit auf dem Klo. Das Geschirr hat keine Lust, abgewaschen zu werden. Und überhaupt hat sie eine Menge Mühe, alle Säle alleine ordentlich zu halten. Ein Zauberspiegel zaubert ihr einen Diener herbei: Schrottfried, Prinz von und zu Putz und Protz. Er liebt die Sauberkeit. Das ist auch kein Wunder, denn zu Hause beim ihm hält Mama das Schloss in Schuss. Weil es ihm auf der Burg von Ritter Rost auch zu bunt wird, nimmt er Bö kurzerhand mit zu sich. Das ist seine Masche: Er hat schon 99 Burgfräuleins mitgenommen und eingesperrt. Bö darf in seinem Schloss nichts tun, was die Sauberkeit dort gefährden könnte. Ritter Rost holt sie schließlich wieder zurück zu seiner Burg – nicht, ohne vorher selbst Ordnung gemacht zu haben ...

Die Geschichte ist genauso köstlich wie die Texte! Hier vier Passagen zum Thema Aufräumen und Ordnung, die ich euch nicht vorenthalten möchte:

Heinrich Peinlich Reinlich, als er sich Bö über den Zauberspiegel vorstellt: „... die Wiese werd ich betoniern, das fegt sich besser und man kann es grün lackiern.“

Ritter Rost singt beim Gefecht mit Schmutz und Ordnung": „... erst büg'l ich die Tomaten. (...) dann schrubbe ich den Garten. (...) die Milch kommt in die Schuhe, die Butter in den Ofen, (...) Die Socken in die Soße, der Rotwein auf die Hose, den Weißwein in die Blumen, (...) Spaghetti zu den Schnüren, den Honig an die Türen, den Abfall auf die Böden ..."

Der Drache Koks mit Nachdruck zu Ritter Rost, nachdem dieser aufgeräumt hat: „Es genügt zum Beispiel nicht, das schmutzige Geschirr einfach nur unter den Teppich zu kehren.“

Prinz Protz zu Bö, die in seinem Schloss zu Bett gehen soll, aber noch nicht will: „Wer schläft, macht weniger Dreck!“

Wenn das mal keine simplify-Aussage ist ...! Mit diesen Weisheiten geht’s nun ab ins Wochenende. Viel Erfolg beim Putzen (oder Protzen)!

zitiert aus: Jörg Hilbert, Felix Janosa, "Ritter Rost und Prinz Protz. Musical für Kinder", Terzio 1999


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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