03.05.2011

Schlecht beraten


Heute bin ich verärgert. Richtig verärgert. Ich habe neulich ein iPhone gekauft, weil mein altes Urzeit-Handy kaputt gegangen ist. Da ich von dieser Technik nicht die blasseste Ahnung habe, ließ ich mich im Shop meines Netzbetreibers mehr als eine Stunde beraten.

Ich dachte, der Dame sei klar, was ich wollte. Und ich hatte irgendwann das Gefühl, dass ich nun ihren Tarifdschungel durchschaut und alle technischen Raffinessen zumindest ansatzweise verstanden hatte. Denkste! Ich bekomme meine zweite Rechnung (die erste schaute mich mir nicht so genau an, weil ich dachte, die vielen Posten mit „Einrichtungsgebühr“ hätten schon ihre Berechtigung). Darauf stehen aberwitzige Tarifbezeichnungen, mit denen ein Laie nur wenig anfangen kann. Ich habe jetzt wohl eine zweite Handy-Nummer, von der ich leider nichts weiß. Und eine Handy-Flatrate, die ich gar nicht brauche.

Also habe ich sofort bei der Kundenbetreuung meines Netzbetreibers angerufen. Meine Handy-Flatrate konnten sie in eine Festnetz-Flatrate umwandeln. Aber wegen der Zusatznummer könnten sie nichts machen, denn meine Widerrufsfrist sei schon abgelaufen. Ich müsse in den Shop gehen, in dem ich das iPhone mit den neuen Tarifen gekauft habe.

Mir entgleisen die Gesichtszüge (was die Dame am Telefon zum Glück nicht sehen kann): „Dafür habe ich keine Zeit“, sage ich. „Es geht aber nicht anders, wenn Sie das, was man Ihnen dort verkauft hat, nicht weiterbezahlen wollen“, tönt es zurück. Ich krame den Vertrag heraus. Darauf steht nichts von einer neuen Nummer und von diesem sonderbaren „tollen“ Tarif, den ich neuerdings nutze.

Geht’s einfacher?

Ich sehe mich im Recht, weil in dem Vertrags-Ausdruck das Überangebot nicht aufgeführt ist. Seit zehn Jahren bin ich Kundin dieses Unternehmens. In einer Zeit, in der Hotlines erst einmal mit Computerstimmen arbeiten und Rechnungen online zu mir gelangen, finde ich, das sollte man auf nicht-persönlichem Weg regeln können.

Der Besuch des Shops bedeutet für mich Folgendes: Ich muss dort erst einmal zwanzig Minuten hinfahren. Die machen erst um zehn Uhr auf. Die Zeit zwischen neun Uhr (= Kind im Kindergarten) und zehn Uhr kann ich für meine Arbeit kaum nutzen. Im Laden warte ich mitunter erst einmal, bis ich dran bin. Ich frage mich, was passiert, wenn die Dame nicht da ist, die mir das Gerät verkaufte? Nehmen wir an, sie ist da. Dann diskutiere ich mit ihr, sagen wir, eine halbe Stunde. Dann ist es schon elf. Ich fahre wieder nach Hause. Halb zwölf. Ich checke noch meine Mails. Dann koche ich Mittagessen. Ich habe also einen ganzen Vormittag, an dem ich hätte arbeiten können, mit dieser Beschwerde zugebracht. Das ist ein Honorarausfall, den mir niemand bezahlt.  

Ich finde: Das muss einfacher gehen! Und ärgere mich, weil’s offensichtlich nicht geht ...


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Ganz einfach Dunja

Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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