06.01.2016

Schmeckt selbstgemacht wirklich immer besser?


In letzter Zeit stehe ich häufiger in der Küche als früher. Der Grund: Ich kaufe nicht mehr selber meine frischen Zutaten ein. Wir beziehen seit neustem von einem befreundeten Obst- und Gemüsehändler eine Kiste, die mehr Vielfalt beinhaltet als das, was ich sonst im Einkaufswagen hatte.

Deswegen bin ich gefordert, neue Rezepte auszuprobieren und habe meine wahre Freude daran! Zum einen weiß ich, dass die Kiste mit Liebe und Leidenschaft zusammengestellt ist. Zum anderen habe ich endlich einen Ansporn, meine Ernährungsweise zum Positiven zu verändern.

Nun scheint mir noch die Forschung gut reinzuspielen: Wer sein Essen selbst zubereitet, dem schmeckt es auch besser! Dies hat eine Studie der Kölner Gesundheits- und Ernährungspsychologin Dr. Simone Dohle, ergeben. Dohle und ihre Kolleg/inn/en an der ETH Zürich haben untersucht, inwieweit sich die Zubereitung von Essen auf den Geschmack auswirkt.

Untersuchungsobjekt war ein Shake, den die Studienteilnehmer entweder selbst zubereiten durften oder von den Studienleitern gemacht bekamen. Die Ergebnisse des Experiments zeigen, dass der Shake den Personen, die ihn selbst zubereiten konnten, besser schmeckte. Dies war vor allem dann der Fall, wenn es sich um einen gesunden Shake handelte.

Die Forscherinnen erklären das Ergebnis damit, dass das Zubereiten des Shakes mit Aufwand verbunden ist. Durch die Zubereitung erhöht sich das Bedürfnis, diesen Aufwand zu rechtfertigen, was sich in einer besseren Geschmacksbewertung niederschlägt. Wer den Shake selbst zubereitet, schenkt zudem den Zutaten eine höhere Beachtung. Handelt es sich vor allem um ungesunde Zutaten, fällt dies bei eigenhändiger Zubereitung eher auf als wenn eine andere Person den Shake zubereitet.

In einer Zeit, wo immer mehr Menschen zu Fertigprodukten greifen und nur noch wenig selbst kochen, lassen diese Ergebnisse wichtige Folgerungen zu. Es kann vermutet werden, dass Fertigprodukte allein schon deshalb weniger gut schmecken, weil sie keinen Aufwand verursachen. Wer dagegen etwas Zeit und Mühe in der Küche aufwendet, wird sein Essen auch mehr genießen können. Da dies vor allem für gesundes Essen der Fall zu sein scheint, könnten gerade Personen davon profitieren, denen eine gesunde Ernährung wichtig ist.

Hm, na ja, ich bin da etwas skeptisch, was die Interpretation des Experimentes betrifft: Erstens habe ich schon des Öfteren mit viel Aufwand gekocht und war mit dem Ergebnis überhaupt nicht zufrieden. Zweitens ging es mir vor allem früher oft so, dass ich nach dem Kochen überhaupt keinen Hunger mehr hatte auf das, was ich ebenfalls mit viel Aufwand zubereitet hatte. Vielleicht hatte ich damals zu viel vorprobiert? Wer weiß ...

Meines Erachtens lässt sich die Zubereitung eines Shakes außerdem nicht mit der eines vollwertigen Essens vergleichen. Nichtsdestotrotz: Selber Essen zubereiten ist besser als Fertignahrung. Mich persönlich entspannt es, und es bringt Freude. Wenn das Essen tatsächlich gelingt, stehen Aufwand und Ergebnis in einem guten Verhältnis zueinander – und es schmeckt ... natürlich!


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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