01.09.2012

Schreiben verbindet, Kradfahren auch


Wenn man einen neuen Menschen kennenlernt, kommt meist irgendwann die Frage: „Was machst du eigentlich?“, und gemeint ist damit, wie man seinen Lebensunterhalt verdient. Mir ging es vor ein paar Tagen so, als eine Freundin mir einen Kumpel vorstellte. Irgendwann wollte er wissen: „Und was machst du so?“

Ich hatte gerade keine Lust auf lange Erklärungen und sagte: „Ich schreibe!“

„Ach ja?“, fragte mich mein Gegenüber, ein langhaariger Motorradfahrer mit Kutte und ledernem Beinkleid.

„Wir haben auch schon ein Buch geschrieben!“

„Wie, ein richtiges Buch?“, will ich wissen.

„Ja! Ein ganz normales Wochenende heißt es. Mit ISBN-Nummer. Kannst du im Buchhandel kaufen!“

Ich war baff, weiß ich doch, wie schwer es ist, ein Buch auf den Markt zu bringen. „Habt ihr denn etwas für das Buch zahlen müssen?“, frage ich weiter.

„Nee, nee, wir kriegen richtig Honorar dafür! Das lohnt sich vor allem dann, wenn wir es auf Messen verkaufen.“

„Und wovon handelt euer Buch?“

„Och, von dem, was wir auf unseren Motorradtouren so erlebt haben. Vom Party machen und so.“

„Ähm, habt ihr denn schon welche verkauft?“ In Gedanken frage und wundere ich mich, ob das überhaupt jemand lesen will ... In einer amazon.de-Rezension lese ich dann später sinngemäß, das Buch handle davon, wie die Truppe mit dem Motorrad von einem Dorf zum anderen fährt, welches Teil dabei kaputtgeht und wer am meisten saufen kann. Oder so.

„Um die 1.000 Stück sind schon weg“, erzählt der Autor. Das Buch sei ein Gemeinschaftswerk, zu dem einige ihre Geschichten beigetragen hätten. „Und weil wir uns nicht darüber streiten wollten, wem nun wie viel Honorar zusteht, spenden wir den Verkaufserlös einfach an krebskranke Motorradfahrer.“

Das imponiert mir. Ein Protagonist aus dem Buch sei an Krebs gestorben. So hätten die Kradfahr-Freunde unmittelbar erlebt, welche Unterstützung ein Betroffener brauchen kann, und sich entschieden, auch anderen zu helfen.

Leider habe ich nur wenig Affinität zum Motorradfahren und allem Drumherum. Deshalb werde ich das Buch vermutlich nie erwerben. Ich schlug dem Autor vor: „Wir können ja tauschen! Ich habe auch ein Buch geschrieben: Es geht um die selbstbestimmte Geburt ...“

Ich glaube, ich brauche an dieser Stelle nicht zu erwähnen, auf welche Resonanz mein Tauschangebot gestoßen ist!

Ich wünsche noch ... ein ganz normales Wochenende ...!


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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