19.11.2014

Schwarze Weihnachten


Es ist schon einige Wochen her, als mir etwas Seltsames passierte. Ich besuchte mit meiner Tochter in der Stadt ein öffentliches Bücherregal. Beim Durchstöbern der Reihen fiel mir ein Buch in die Hände. „Weihnachtsgeschichten aus schwerer Zeit“, heißt es, herausgegeben vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. Darin erzählen Menschen, wie sie zu Kriegszeiten das Weihnachtsfest verbrachten.

Das Buch zog mich magisch an. Ich hielt es in den Händen, während ich meine Augen weiter über die Buchrücken des öffentlich zugänglichen Regals gleiten ließ. Sollte ich es wirklich mitnehmen? Würde ich es jemals lesen? Ich kann mich nur daran erinnern, ein Buch über Stress und eines über Bauernregeln mitgenommen zu haben.

Vergangene Woche telefonierte ich mit einer Kollegin, die sich das Leben einfacher macht, indem sie ihren Liebsten zu Weihnachten genau ein Geschenk überreicht. Es gibt natürlich eine familiäre Vereinbarung dazu, an die sich auch ihr Mann und ihre Kinder halten.

Als sie mir das erzählte, fiel ihr wieder die Geschichte einer Bekannten ein, die sie einige Tage zuvor gehört hatte: Sie handelte von Weihnachten im Jahr 1945. Damals war ihre Bekannte noch ein Kind. Gemeinsam mit ihren beiden Geschwistern hatten sie drei Weihnachtsgeschenke für ihre Mutter besorgt – mit sehr großem Engagement und Aufwand: eine Wäscheleine, ein Brot und eine Flasche Essig. Die Kinder waren so stolz über ihre Geschenke, dass sie die Mutter baten, die Bescherung vom Morgen des 25. Dezembers auf den Heiligabend zu verlegen. Sie mussten ihre Geschenke schon abends überreichen, so ungeduldig waren sie und voller Vorfreude darüber, der Mutter eine solche Freude machen zu können!

An dieser Stelle lade ich euch ein innezuhalten und euch zu fragen, was ihr an Weihnachten für gewöhnlich verschenkt. Ich habe eine kleine Tochter und könnte schier ein ganzes Spielwarengeschäft unter den Weihnachtsbaum legen! Was ich natürlich nicht vorhabe.

Die Geschichte der Bekannten rührte mich. Sie erinnerte mich daran, dass mich dieses Buch mit den Weihnachtsgeschichten so magisch angezogen hatte. Ich lief, noch während ich telefonierte, zu meinem Bücherregal. Zu meiner Überraschung fand ich das Buch mit dem schwarzen Einband in der untersten Reihe. Offenbar hatte ich es doch mitgenommen ...


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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