30.11.2013

SEPA ärgert mich


Ständig flattern zurzeit Briefe ins Haus: SEPA kommt! "Ihr Lastschriftverfahren wird automatisch umgestellt" oder so ähnlich heißt es. Anfang November überkam mich deshalb eine Welle des Unwohlseins. Ich rief bei meiner Grafikerin an: "Sag' mal, brauche ich schon wieder neues Briefpapier wegen dieser SEPA-Geschichte?" Da ich erst umgezogen bin, hätte ich die 1.000 Blatt auf Vorrat wieder zum Malpapier für meine Tochter degradieren müssen. Doch sie beruhigte mich. "Nein, alles ist gut! Du hast noch ein bisschen Zeit!"

Ich versuchte auf den Seiten meiner Banken irgendetwas darüber herauszufinden, wie meine IBANs aussehen. Erfolglos. Warum erhalte ich von allen Post, nur von meiner Bank nicht? Eine Liste wäre schön: So sieht Ihre IBAN für das Konto XY aus oder so. "Schau doch auf deinen Kontoauszug!", sagte meine Mutter. Doch diese ziehe ich nur für die Buchhaltung alle drei Monate, meinen Kontostand habe ich stets online im Blick. Und mit einem eindeutigen "Das ist Ihre IBAN" hat mich das System bisher noch nicht überrascht. Dafür aber mit einem "Bitte geben Sie die IBAN ein!"

Und schon stand ich da wie der Ochs vorm Berge. Am Wochenende hatte meine Hausbank wohl alles umgestellt. Gestern wollte ich etwas überweisen und dazu eine meiner Überweisungsvorlagen verwenden. Pustekuchen. Alle gelöscht. Dafür gibt es von mir Unverständnis!? Wenn es ohne IBAN nicht geht, dann hätte ich doch in der alten Vorlage die IBAN eingeben können, das Ganze wird abgespeichert - und fertig ist die neue Vorlage.

Zufällig hatte ich bei der Durchsicht eines anderen Kontos kurz vorher einen Blick auf die IBAN eines meiner Konten erhascht. Gemäß der Vorschrift - erst Prüfziffer, dann Bankleitzahl, dann Kontonummer - glaubte ich den richtigen Schlüssel zu haben und gab alles hintereinander ein. "Die IBAN ist falsch", meldete das System. Toll! Ich erinnerte mich an den Link, den mir meine Grafikerin zugeschickt hatte: www.sepadeutschland.de.

Beim Nachlesen lernte ich, dass die Kontonummer auf jeden Fall zehnstellig sein muss! Und wenn sie das nicht ist, muss ich Nullen davorsetzen. Also tat ich, was von mir verlangt wird. "Die IBAN ist falsch", erschien erneut in roter Schrift auf meiner Eingabeseite. Herrje! Was war jetzt schon wieder los?

Jetzt musste ich also doch etwas Aufwand betreiben und mich bei meiner zweiten Bank einloggen. Das dauert immer etwas länger, weil die Sicherheitsvorkehrungen so hoch sind. Ein Klick auf mein Konto verriet mir die IBAN. "Das ist ja eine ganz andere Prüfziffer!", musste ich feststellen. Ich habe mehrere Konten bei dieser Bank - und jedes Konto hat eine andere Prüfziffer. Das war mir nicht bewusst ... Diesmal arbeitete ich mit dem Kopieren-und-Einfügen-Befehl. Das Banksystem war endlich zufrieden. Und ich habe erfolgreich "Learning by doing" gemacht.

Als Verbraucherin habe ich es ja noch einfach, wie ich gelernt habe. Unternehmen, kleine Betriebe und Vereine trifft es weitaus härter. Diese müssen etwas mehr unternehmen, damit die Lastschrift und die Gehaltsüberweisung zum geforderten Stichtag auch sicher funktionieren! Eins ist klar: Meine IBAN schicke ich meinen Kunden künftig mit der Rechnung mit – damit sie's einfacher haben! 


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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