29.04.2015

Sieg in drei Sätzen: So lässt's sich zuhören!


Gestern bin ich beim Lesen der neuen Ausgabe der Zeitschrift Brigitte* auf einen interessanten Artikel und Tipp gestoßen: Manchmal sei es besser für die Partnerschaft, die Klappe zu halten. „Rede weniger“ lautete der Titel der Serie, die Paarpsychologe Oskar Holzberg zur jeder Ausgabe beiträgt. Ich musste unweigerlich an eine Situation denken, in der ich meine Worte mal wieder nicht stoppen konnte. Holzberg beschreibt es treffend: Dann erzählen wir zum dritten Mal dasselbe mit anderen Worten ... Weniger reden – ja –, das könnte tatsächlich der Schlüssel sein.

Schon Kinder können uns demonstrieren, wie sehr wir sie mit Worten überfordern. Sie halten sich einfach die Ohren zu. Uns Erwachsenen kann es natürlich genauso gehen, doch nutzen wir selten diese Symbolik. Entweder wir schalten einfach ab oder ziehen uns wortlos zurück. Bloß nicht reden!

Die Konsequenz von zu vielen Worten ist: Sie kommen gar nicht erst bei demjenigen an, an den wir sie richten. Wir können uns sprichwörtlich auf den Kopf stellen und mit den Beinen wackeln – unser Gesagtes verpufft einfach. Verändern wird sich dadurch nichts. Das ist besonders fatal bei Themen, zu denen wir das Feedback des anderen brauchen oder die existenziell sind für eine gute Beziehung zueinander.

Nachdem ich die Hälfte des Beitrags gelesen hatte, habe ich schnell eingesehen: Weniger reden macht Sinn! Doch dann brachte Holzberg das Beispiel einer Frau, die sehr bedacht und mit wenigen Worten kommuniziert – und trotzdem damit scheitert. Der Grund: Ihr fällt es schwer zu akzeptieren, dass ihr Mann Zeit braucht, um ihr zu antworten. Sobald er mit einer Antwort auf sich warten lässt, legt sie richtig los. Und redet, und redet ...

Es braucht also mehr als wenige Worte. Ich nenne es mal die Fähigkeit loszulassen, duldsam zu sein. Dieses Wort verwenden wir heute kaum noch in unserer Sprache, dabei ist es so positiv besetzt!

Holzberg bedient sich in seinem Serienbeitrag eines Rates der Paartherapeutin Harriet Lerner: Man solle üben und lernen, in nur drei Sätzen das Wesentliche zu sagen. Mir gefällt das, und ich hoffe, ich werde mich daran stets erinnern und es beherzigen. Doch auch dann gilt das Gebot der Duldsamkeit ...!

* Ausgabe 10/2015, Seite 22, Serie Liebe


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