01.11.2014

Smartphones sind (fast) Saubermänner


Manchmal stehe ich vor einem Geldautomaten bei der Bank und frage mich, wie viele schmutzige Finger den Touchscreen schon berührt haben. Je nachdem, wie das Licht einfällt, sind massenweise Fingerabdrücke dort zu sehen, wo ich ebenfalls den Bildschirm berühren muss. Nicht, dass ich im Übermaße empfindlich wäre, nein, ich denke einfach mal darüber nach. Draufdrücken muss ich ohnehin, will ich mein Geld abheben.

Über mein Smartphone habe ich mir indes noch keine Gedanken gemacht. Angeblich gibt es Horrormeldungen im Internet, dass Smartphone-Touchscreens reinste Bakterienschleudern seien. Ein Forscherteam rund um Prof. Dr. Markus Egert von der Hochschule Furtwangen konnte zeigen, dass dem nicht so ist.

In einer jetzt veröffentlichten Studie bestimmten die Forscher die durchschnittliche Gesamtkeimzahl auf den Touchscreens von Smartphones mit rund einem Keim pro Quadratzentimeter. Dies sind gut 100 Mal weniger Mikroben als man auf der menschlichen Hand oder auch auf dem häuslichen Toilettensitz findet, der gerne als abschreckender Vergleich herangezogen wird. ??

Allerdings wurden in der Studie auch potenzielle Krankheitserreger auf den Touchscreens entdeckt. So haben die Forscher z.B., wenn auch in geringen Mengen, Fäkalbakterien wie Escherichia coli nachgewiesen. 50 % der sicher identifizierten Arten gehörten zur Risikogruppe 2, das heißt sie waren potenziell krankmachend.

Was können wir also tun, um unsere Smartphones in einen halbwegs sauberen Zustand zu versetzen?

Zwei Maßnahmen empfehlen die Forscher zur hygienischen Reinigung:

  • Die Oberfläche entweder mit einem sauberen Mikrofasertuch abwischen, das entfernt etwa 80 % der Keime,
  • oder – noch besser – alkoholische Brillenputztücher verwenden, die die Keimzahl um bis zu 96 % reduzieren können.

Allerdings raten die Hersteller von Mobilgeräten meist nur zur trockenen Reinigung.

Ich glaube nicht, dass ich mein Smartphone-Reinigungsverhalten daraufhin nun großartig verändere.? Das liegt vielleicht auch daran, dass ich es nicht ständig und überall benutze und berühre. Hat eigentlich schon mal jemand die Keimbelastung eines Geldautomaten-Touchscreens untersucht!?


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