10.11.2011

Sorry, mir kam etwas dazwischen ... - Tipi-Woche 4


Die Post klingelte gestern Morgen bei mir. Sie brachte das Buch „Befreit von alten Mustern“, das Luc Nicon geschrieben und meine Ausbilderin Monika übersetzt hat. Eigentlich wollte ich gerade den Tipi-Fahrplan für diese Woche schreiben, dann war ich in einem inneren Konflikt: Blog-Beitrag schreiben? Das Tipi-Buch links liegen lassen? „Nein, das geht nicht“, sagte ich zu mir und blätterte es durch.

Meine Freundin würde sagen: "Das ist etwas für Männer. Die brauchen immer Zahlen und Fakten." Nun, in Lucs Buch stehen nur wenige Zahlen. Aber es ist eine Zusammenfassung seiner Studien. Er wollte selbst verstehen, was er in seiner Arbeit entdeckt hatte. Aussagen von Menschen, mit denen er die Vorstufe von Tipi gemacht hatte, wiesen Ähnlichkeiten auf. Hellhörig wurde er, als ein Mensch aus einer völlig anderen Kultur Ähnliches beschrieb wie die Leute, denen er bis dahin geholfen hatte.

Mich fasziniert die authentische Art des Buches. Wie Luc beschreibt, dass er selbst kaum glauben konnte, was mit den Menschen passierte: Sie kamen mit einer ausgeprägten Angst zu ihm und waren nach nur einer Sitzung davon befreit. Menschen, die vielleicht schon etliche Therapien gemacht und sonstige Anstrengungen unternommen hatten, um ihre Themen zu überwinden. Konnte das mit rechten Dingen zugehen? Wie sollte er das erklären? Wer würde ihm glauben? 

Und so tat er das, was meine Freundin wohl meint, wenn sie sagt "Männer brauchen das": Er führte zwei Jahre lang eine wissenschaftliche Studie mit 300 Teilnehmer/innen durch. Danach sah er klarer, und sein Umfeld tat es auch. Ich persönlich finde es faszinierend, dass es auch in unserem Jahrtausend noch möglich ist, so etwas zu entdecken. Etwas, das so menschlich, so wirkungsvoll und so einfach ist.

Bei meinem ersten Ausbildungsmodul hatte ich Gelegenheit, mit Luc länger zu sprechen. Mein Französisch ist nicht so gut, also unterhielten wir uns auf Englisch. Ich fragte ihn, was sein Wunsch sei in Bezug auf Tipi. Er antwortete: "Ich will Tipi mehr und mehr abgeben! Es gibt andere Themen, denen ich mehr Aufmerksamkeit schenken will." Ich war total verwirrt und litt sichtlich unter meiner Sprachbarriere. Mir fehlten die Worte ... Wie konnte ein Mensch, der etwas so Wichtiges entdeckt hatte, Besseres zu tun haben?

Ich dachte: "Gut, Dunja. Das respektierst du jetzt." Zugegeben, es fiel mir schwer, denn ich war von Tipi mehr als überzeugt. Aber ich fragte ihn dennoch, was seine oberste Priorität sei. "Ich widme mich meiner Forschungsarbeit", sagte der Pädagoge. Diese Aussage klang für mich weniger spannend - Forschungsarbeit, das konnte ja alles Mögliche sein. So brauchte es noch den halben Weg der Strecke, die wir an diesem Nachmittag gemeinsam zurücklegten, bis ich verstand (immerhin redete keiner von uns in seiner Muttersprache): Tipi ist für Luc nur die reine Technik, die ich im Begriff war zu erlernen. Durch Tipi öffnete sich für ihn ein riesiges Feld, das noch erforscht werden will. Es geht um das Körpergedächtnis, um die Wurzeln unserer emotionalen Schwierigkeiten und auch um deren Auswirkungen auf unsere körperliche Gesundheit.

Ich war erleichtert! Ich habe noch genau die Stelle hinter dem Torbogen in Basel vor Augen, an dem ich die Dimension seiner Erkenntnisse begriff. Am Wochenende habe ich wieder Gelegenheit, mehr über Tipi zu erfahren, vor allem über die Selbstanwendung. Deshalb - und weil mir das Buch dazwischen kam -, verschiebe ich den Fahrplan auf die nächste Tipi-Woche ...

Tipi-Woche 5: Wie Sie sich von alten Mustern befreien


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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