23.09.2013

Sterngucker


Das leuchtende Durcheinander der in diesem neuen Bild sichtbaren Gaswolken bilden eine riesige Sternkinderstube, die den Spitznamen Garnelennebel trägt. Mit ziemlicher Sicherheit ist dieses Bild die schärfste Aufnahme dieses Objektes überhaupt. Sie zeigt Ansammlungen von heißen, neugeborenen Sternen, eingebettet in die Wolken, aus denen der Nebel besteht. Bild: ESO

Mama, was sind eigentlich Sterne? Mit dieser Frage haben wir uns an einem August-Abend auseinandergesetzt, als wir in den klaren Sternenhimmel blickten. Einfach zu erklären ist das nicht, denn irgendwie ist das alles da oben schwer vorstellbar. Die Milchstraße. Das Universum: Wo fängt es an, wo hört es auf? Und was kommt danach? Und wenn es nicht aufhört, wie weit reicht es dann? Mit solchen Fragen gelange ich schnell an die Grenzen meiner Vorstellungskraft. Damit bin ich sicher nicht die einzige.

Nun bin ich neulich beim Durchforsten aktueller Pressemitteilungen am Garnelennebel hängengeblieben. Es muss wohl der Name gewesen sein, der mich dazu veranlasste, die Meldung „Garnelennebel brütet junge Sterne aus“ der Europäischen Südsternwarte ESO anzuklicken. Und diese bilde ich heute ab, denn sie erklärt ausnahmsweise mit einfachen Worten, was da draußen-oben passiert. Eine Aufnahme vom Garnelennebel gibt es zu diesem Beitrag ebenfalls, damit ihr wisst, wovon die Rede ist:

Etwa 6000 Lichtjahre von der Erde entfernt im Sternbild Scorpius (der Skorpion) befindet sich der offiziell als IC 4628 bekannte Garnelennebel. Dabei handelt es sich um eine riesige Region, angefüllt mit Gas und Klumpen dunklen Staubs. Diese Gaswolken sind Sternentstehungsgebiete, die hell leuchtende, heiße junge Sterne produzieren. Im sichtbaren Bereich des Lichts erscheinen diese Sterne in einer bläulich-weißen Farbe. Sie senden allerdings auch intensive Strahlung in anderen Teilen des elektromagnetischen Spektrums aus – vor allem im ultravioletten Bereich.?? Es ist das ultraviolette Licht dieser Sterne, das die Gaswolken zum Leuchten bringt.

??Der Garnelennebel hat einen Durchmesser von etwa 250 Lichtjahren und erstreckt sich über einen Bereich des Himmels, der der vierfachen Fläche des Vollmondes entspricht. Trotz dieser riesigen Ausmaße ist er oft von Beobachtern übersehen worden, da er nur eine geringe Leuchtkraft besitzt und sich ein Großteil des abgestrahlten Lichts in einem Spektralbereich befindet, der für das menschliche Auge nicht sichtbar ist.

??Über die letzten Jahrmillionen sind in dieser Himmelsregion viele Sterne entstanden, sowohl einzelne Sterne als auch Sternhaufen. So gibt es einen großen, verstreuten Sternhaufen mit dem Namen Collinder 316, der sich über einen Großteil des Bildes erstreckt. Dieser Sternhaufen ist Teil einer sehr viel größeren Ansammlung von sehr heißen und leuchtkräftigen Sternen. Es sind außerdem viele dunkle Strukturen und Aushöhlungen zu sehen. An diesen Stellen wurde die interstellare Materie von starken Winden weggefegt, die von den nahegelegenen heißen Sternen ausgehen.??

Das Bild wurde mit dem VLT Survey Telescope (VST) am Paranal Observatorium der ESO in Chile aufgenommen. Das VST das größte Teleskop der Welt, das für die Durchmusterung des Himmels im sichtbaren Spektralbereich konstruiert wurde. ??Die Aufnahme ist Teil einer detaillierten, öffentlich zugänglichen Durchmusterung eines Großteils der Milchstraße, genannt VPHAS+, die die Fähigkeiten des VST nutzt, um nach neuen Objekten wie jungen Sternen und Planetarischen Nebeln zu suchen. Die Durchmusterung wird außerdem die bislang besten Aufnahmen von riesigen leuchtenden Sternentstehungsgebieten liefern, so wie bei dem hier abgebildeten Garnelennebel.??

Nun bin ich also schon etwas besser gerüstet, wenn Fragen zu den Sternen kommen. Dachte ich. Denn gestern sagte meine Tochter zu mir: „Gell, Mama, die Sterne am Himmel sehen aus wie Figuren!“ Und sie begann zu erklären, was sie gerade da oben sah. Ob ich noch mal ein Astronomie-Kurs belegen muss, um wenigstens halbwegs gescheite Antworten geben zu können? Eine simple Pressemeldung wird dazu wohl nicht ausreichen ...


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