26.02.2013

Training fürs Gehirn: Was soll das sein?


Die beste Vorsorge für ein lebenslang fittes Gehirn ist, es intensiv und vielseitig zu nutzen, schreibt die Apotheken-Umschau. Im Unterschied zu Gelenken oder Knochen zeige es keine Abnutzungserscheinungen, wenn es beansprucht wird, sagt Professor Martin Korte, Neurobiologe an der Technischen Universität Braunschweig. Das ist irgendwie beruhigend. Obwohl ich mich auf der anderen Seite immer frage, WIE ich mein Gehirn trainieren kann. Reicht es aus, zu reisen und Freundschaften zu pflegen, so wie er es empfiehlt? Oder muss ich täglich Sodokus oder Kreuzworträtsel lösen? Vielleicht tut es auch der Roman, den ich im Alter schreiben will? Und wann muss ich mit dem Training anfangen?

Fragen über Fragen. Getreu meinem Motto „ganz einfach“ will ich natürlich so wenig wie nötig bewusst trainieren und so viel wie möglich einfach nebenbei meine grauen Zellen beanspruchen. Doch tatsächlich: Auch Tiki Küstenmacher schreibt in seinem Beitrag „Gedächtnis und Vergesslichkeit“, Kontakt und Gespräche mit anderen Menschen sind die beste Übung fürs Gehirn. Dabei nutzen Sie alle Sinne, reagieren und denken schnell und pflegen Ihre Sprachkraft. Wer hätte das gedacht! So muss ich also nicht alles im Kopf ausrechnen oder irgendwelche Gehirnjogging-Spiele am Computer lösen – solange ich kommunikativ bleibe.

Darüber hinaus gibt es natürlich noch die klassischen Übungen fürs Gehirn: Mit links statt rechts die Zähne putzen, Routinen durchbrechen, alle Sinne beanspruchen, den Supermarkt wechseln, andere Wege zum Ziel gehen, mit geschlossenen Augen Alltagsaufgaben lösen und so weiter. Klingt alles ganz spannend, setzt aber eine bewusste Entscheidung fürs Training voraus. Ich jedoch bleibe dabei: Am liebsten will ich gar nichts davon mitbekommen, dass ich mein Gehirn trainiere.

Reduzierte Empfehlungen sind mir deshalb Stand heute lieber: Bewegung an der frischen Luft, Sport, der Schnelligkeit oder Konzentration erfordert, Schlaf, Meditation, Gespräche, Auszeiten, Ruhe und last but not least: Sex. Irgendwie bin ich nun genauso schlau wie vorher und nehme mir vor, einfach bewusst zu leben. Jetzt schon. Vielleicht reicht's aus!


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