14.08.2012

Udo, Eva, Ferdi - oder wie heißen Sie?


Gestern gab mein Kollege Günter Stein in Steins Tag eine Geschichte zum Besten: Wie er und sein Kinderfreund Udo die Blumen aus Nachbars Garten feilboten ... Sofort fühlte ich mich an meine eigene Kindheit erinnert. Zuerst an die Blumenverkaufsstände, die meine Sandkastenfreundin und ich vor dem eigenen Garten aufgestellt hatten. Dann an die Udos, die ich so kannte. Harte Burschen waren das.

Die Erinnerung an „meine“ Udos ließ mich wiederum an das Buch „Heirate niemals einen Udo“ von Paarberater Clemens Beöthy denken. Der will nämlich herausgefunden haben, dass bestimmte Vornamen miteinander können – oder auch nicht. Und der Udo ist wohl ganz besonders schlecht weggekommen. Die Nachfolge trat dann Axel an. Der Titel des Nachfolgelexikons, dieses Frühjahr erschienen, heißt: „Schnacksel nie mit einem Axel“, womit dann auch alles klar sein dürfte.

Beöthy vertritt in seiner Nische die These, dass der Vorname sehr wohl das Balz-, Beziehungs- und Sexualverhalten präge. Viele Leute halten es für ausgemachten Humbug, dass ein Name tatsächlich Rückschlüsse zulässt auf die Charaktereigenschaften unserer Mitmenschen (oder von uns selbst). Andererseits müssen wir (Eltern) schon zugeben, dass wir uns in der Regel doch einige Gedanken um den Namen unserer Kinder machen.

Ich erinnere mich noch gut an den Auswahlprozess für den Namen unseres Kindes. Besonders die männliche Namenssuche gestaltete sich schwierig. Damals stieß ich z. B. irgendwo auf den Hinweis, dass „Ben“ nicht besonders günstig sei. Denn laut einer Statistik aus irgendeinem englischsprachigen Land verunglückten Bens überdurchschnittlich oft tödlich, weil sie so leichtsinnig seien.

Offensichtlich interessiert das die Deutschen recht wenig. Denn Ben stand 2011 an der Spitze der beliebtesten Vornamen. Der Name ist kurz und über nationale Grenzen hinaus ohne Probleme richtig auszusprechen. Das weibliche Pendant 2011 hieß Mia, fast genauso kurz und eindeutig. Auch Finn und Lea sind kurz und beliebt. Wobei ich auch wieder den langen, traditionellen Namen begegne: Charlotte, Katharina, Ferdinand, Friedrich oder Wilhelm. Ich persönlich hätte von „Ferdi“ schon alleine wegen der Abkürzung Abstand genommen, aber gut. Es ist nicht leicht, den richtigen Namen zu treffen – schließlich weiß man mittlerweile auch, dass es schiefgehen kann. Der Kevin war z. B. bei den Lehrern nie besonders beliebt, so wie auch Chantal, Mandy oder Selina bestimmte Vorurteile hervorrufen können ...

Ein Vorname will also gut überlegt sein! Dass er identitätsstiftend ist, beobachte ich übrigens schon bei meiner 5-jährigen Tochter: Sie korrigiert selbstbewusst jeden, der ihren Namen mit einem ähnlich klingenden verwechselt. Ich für meinen Teil war mit Dunja immer sehr zufrieden. Dieser Name ist sicher nicht in Beöthys Buch zu finden, auch sonst wurde mir damit nie ein Stempel aufgedrückt.

Irgendetwas verbinden wir immer mit dem Namen für unsere Kinder. Damit prägen wir sie und teilweise auch ihr Leben – ob wir das nun wollen oder nicht. Nicht wahr, Udo?


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Ganz einfach Dunja

Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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