05.10.2012

Über die Effizienz modernster Technik


Neulich bei meiner Freundin Natalie: Sie bittet mich an ihren Laptop, um mir Bilder zu zeigen. Sie bedauert: „Eigentlich bräuchte ich einen neuen, dieser hier ist so langsam. Doch ansonsten bin ich total zufrieden mit dem Gerät! Vor allem mit dem Bildschirm.“ Sie ist hin- und hergerissen, das bekomme ich schon seit einiger Zeit mit. Ihr fehlt Geld für einen neuen PC, sie hängt an ihrem alten Laptop – wenn er nur schneller wäre und nicht so viel Strom ziehen würde, weil er für alles dreimal so lange braucht!

Dieses Dilemma werden viele Menschen kennen. Innerhalb weniger Jahre ist die Technik überholt, und dann stellt sich die Frage: aufrüsten (wenn überhaupt möglich) oder durch Neugerät ersetzen? Eine mögliche Antwort: Umweltbewusste Verbraucher sollten die Neuanschaffung gründlich überdenken! Selbst wenn sie ein energieeffizienteres Gerät ins Auge fassen.

Der Umweltaufwand bei der Herstellung eines Notebooks ist nämlich so hoch, dass er sich auch durch eine erhöhte Energieeffizienz in der Nutzung nicht in realistischen Zeiträumen ausgleichen lässt, ergab eine Studie des Öko-Instituts und Fraunhofer IZM im Auftrag des Umweltbundesamtes. Ist der neue Laptop beispielsweise etwa 10 Prozent energieeffizienter in der Nutzung als der alte, rechnet sich das erst nach mehreren Jahrzehnten (!).

Das Öko-Institut hat berechnet, dass die Herstellungsphase mit knapp 56 % einen höheren Beitrag an den Gesamttreibhausgasemissionen eines Notebooks leistet als die Nutzungsphase. Die tragbaren Computer beinhalten außerdem seltene Rohstoffe. Sie erstmals zu gewinnen ist mit erheblichen Umwelt- und sozialen Auswirkungen verbunden. So wird beispielweise Kobalt heute zum großen Teil in der Demokratischen Republik Kongo unter gefährlichen Bedingungen, ohne ausreichenden Arbeitsschutz und teilweise von Kindern abgebaut.

Hier bei uns landet das ausrangierte Stück dann im Elekroschrott – und die Rohstoffe, die sich meist nur mit größerem Aufwand entnehmen lassen, gehen unter. Was bräuchten wir also? Geräte die nachzurüsten sind, damit Natalie schneller ins Internet kommt und mehr Bilder verarbeiten kann. Und wenn sie schon auf den Müll wandern, sollten ihre wertvollen Bestandteile leicht entnehmbar sein.

Ob sich Natalie allerdings überzeugen lässt, dass sie lieber die alte Kiste behält, anstatt der Anziehungskraft eines supergünstigen, modernen Neugerätes zu erliegen, steht auf einem anderen Blatt ...


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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