04.07.2011

Und plötzlich war alles anders


Am Wochenende habe ich gesponnen: Ich habe mein Netz dichter gewebt. Mein Netzwerk um genauer zu sein. Dies war ein sehr intensives Netzwerk-Wochenende. Hat sich spontan so ergeben. Wer weiß, vielleicht haben die alle meinen Blog gelesen?

Auf einmal kommen Menschen, Bekannte, auf mich zu und suchen meine Gesellschaft. Ganz gezielt und direkt. Früher habe ich andere Menschen immer beneidet, die mir erzählten: „Neulich kam doch die Frau vom Bürgermeister zu mir und fragte mich um Rat.“ Oder: „Gerade als ich überlegte, ob ich Herrn Nachbar helfen soll, rief der mich an und wollte wissen, was ich zu seiner Auseinandersetzung mit Frau Schmidt meine.“ Auf mich kamen die Menschen selten zu. Nicht, dass sie mich gemieden hätten. Aber so direkt um Rat gebeten wurde ich ganz selten.

Dann kam der Wendepunkt: Ein großer Streit mit meiner Tochter. Kinder sind ganz wundervolle Unterstützer bei der Entwicklung der Persönlichkeit! In ihnen spiegelt sich so viel von einem selbst wider, das man nur erkennen muss. Jedenfalls hatten wir diesen Streit, und am Abend saß ich unglücklich da und fragte mich: Warum? Ich nahm mir Stift und Block zur Hand und schrieb auf. Warum war sie so wütend? Und warum ich so wütend? Es vergingen sicher eins, zwei Stunden, bis ich darauf kam, was mein Bedürfnis war: Ich wollte gesehen werden! Und plötzlich waren für mich Verknüpfungen sichtbar zu anderen Konflikten mit ganz anderen Menschen, die alle diesem Mangel entsprangen: nicht gesehen worden zu sein. Bei meiner Tochter war es dasselbe.

Nun konnte ich ganz bewusst damit umgehen: Wer gesehen werden will, der sollte sich erst einmal selbst wahrnehmen. Und wer gesehen werden will, der darf sich auch zeigen! Ich tat so einiges dafür, oft waren es nur Kleinigkeiten. Und ich behaupte, mein Gang und meine Haltung wurden aufrechter.

Etwa eine Woche nach dieser Bewusstwerdung rief meine Schwägerin mich an: Sie brauche jemanden zum Reden, ob sie gleich vorbeikommen könne. Eine Dreiviertelstunde später saß sie auf meinem Sofa! Sie! Das hätte ich niemals erwartet!

Ja, und ich merke, dass auch andere mich sehen oder wieder sehen. Nicht immer geht es darum, die „Feuerwehr“ zu sein. Manchmal geht es schlichtweg um gedanklichen Austausch in einer neuen Lebenssituation oder man hat entdeckt, dass man Freude an ein und demselben Themen hat.

Es tut gut, sich zu zeigen! Was das betrifft, war ich bis dato eher vorsichtig.


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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