07.11.2013

Unser Gehirn ist schlau!


Als ich anfing, mich mit Tipi zu befassen, war ich schlichtweg überrascht darüber, dass man im 3. Jahrtausend noch so etwas entdecken kann. Tipi an sich ist keine Entdeckung, sondern nur eine Technik, die es erlaubt jedweden emotionalen Stress dauerhaft aufzulösen. Doch dass es da etwas gibt in unserem Körper, eine natürliche Ressource, die jedem zur Verfügung steht und dieses Auflösen ermöglicht – das ist bahnbrechend. Generationen von Menschen werden sich diese Ressource schon zunutze gemacht haben, ohne es bewusst wahrgenommen oder bemerkt zu haben.

Wenn ich mich mit alldem beschäftige, was uns als Mensch ausmacht, bin ich immer wieder erstaunt, wie wenig wir doch eigentlich über uns wissen. Wir forschen und sind richtig gut darin. Trotzdem bleibt unserem Verstand so vieles verborgen! Gestern gab es eine interessante Meldung darüber, dass unser Langzeitgedächtnis offenbar anders funktioniert als bisher angenommen. Unser Gehirn scheint ähnliche Strategien wie ein digitaler Computer zu verwenden, um Informationen über lange Zeiträume zu speichern.

Die Struktur im Gehirn, die maßgeblich dafür verantwortlich ist, dass wir uns längerfristig erinnern, ist der Hippocampus. Personen, deren Hippocampus zerstört ist, vergessen umgehend Situationen, die sie gerade erlebt haben, oder Mitmenschen, die sie kurz zuvor gesehen haben. „Bisher nahmen wir an, dass die Informationsspeicherung im Hippocampus von der Stärke der dortigen Nervenzellverbindungen, den Synapsen, abhängig ist“, sagt Prof. Dr. Thomas Oertner, Direktor des Instituts für Synaptische Physiologie am Zentrum für Molekulare Neurobiologie Hamburg (ZMNH). Synapsen sind die Strukturen, mit denen eine Nervenzelle in Kontakt zu einer anderen Zelle, etwa einer Sinnes-, Muskel-, Drüsen- oder Nervenzelle steht. Sie dienen der Übertragung von Informationen und spielen eine wichtige Rolle bei deren Speicherung.

Für ein funktionierendes Langzeitgedächtnis, so die gängige Lehrmeinung, müssen die Zellverbindungen stark sein und unbegrenzt stabil bleiben. Das Team um Prof. Oertner ist jetzt zu neuen, anderen Ergebnissen gekommen. Mit experimentellen Tricks beeinflussten die Wissenschaftler des Uniklinikums Hamburg-Eppendorf synaptische Verbindungen so, dass diese Informations-Autobahnen quasi in Tempo 30-Zonen umgewandelt wurden. „Wir haben die Stärke der Synapsen drastisch reduziert und die Zellverbindungen dann weiter beobachtet“, erläutert Prof. Oertner. Das Ergebnis nach sieben Tagen war verblüffend. „50 % der manipulierten Synapsen lösten sich auf, die anderen 50 % kehrten in den Ausgangszustand zurück“, sagt Dr. Simon Wiegert aus dem ZMNH, Erstautor der Studie, die in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift PNAS veröffentlicht ist. „Eine stabile Langzeitveränderung der Synapsen gibt es offenbar nicht. Demnach muss das Langzeitgedächtnis auch anders als bislang angenommen funktionieren.“

Die Studie legt den Wissenschaftlern zufolge den Schluss nahe, dass das Gehirn wie ein digitaler Computer arbeitet. Dabei speichert der Hippocampus zunächst Information in „analoger“ Form, indem die Stärke der Synapsen verändert wird. Doch dieser Zustand ist instabil. Nach wenigen Tagen wird diese analoge Speicherung durch eine „digitale“ Form der Speicherung ersetzt – einige Synapsen fallen aus, andere kehren in den Ausgangszustand zurück. „Digitale Speicherung ist wesentlich weniger anfällig für langsamen Zerfall. Das könnte erklären, wieso wir uns an Schlüsselerlebnisse aus Kindheit und Jugend bis ins hohe Altern erinnern“, so Dr. Wiegert.?

Digitale Speicherung? Ich habe keine Ahnung, wie das ablaufen soll. Es ist auch nicht mein Job, das herauszufinden. Doch ich lerne aus solchen Meldungen und meiner Erfahrung, dass wir Menschen offen bleiben müssen. Neugierig. Flexibel und bereit, uns auf Dinge einzulassen, die uns unwirklich oder unmöglich erscheinen.


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