28.10.2014

Unter Hühnerfreunden


Es war die letzte Gelegenheit in diesem Jahr, um Hühner zu kaufen. Lebende. Eier legende. Am vergangenen Freitag wagte ich mich in dieses bisher unbekannte Terrain vor. Ich suchte mir im Keller einen Karton und fuhr zum Geflügelverkauf in den Nachbarort. „12:30 Uhr bei der Kirche“ stand im hiesigen Amtsblatt. Ich stellte mein Auto an einer der drei Straßenseiten um die Kirche herum ab.

Neben mir standen zwei ältere Herren und unterhielten sich. Einer war mit dem Fahrrad und einem Holzanhänger da. Der andere mit dem Auto. Dort erspähte ich einen großen Karton. „Wollen Sie auch zum Hühnerverkauf?“, fragte ich mutig. Jawohl, das wollten sie! Die erste Hürde war überwunden. Als dann einer der Herren sagte: „Kommen Sie mal her, ich erzähle Ihnen eine Geschichte!“, war das Eis vollends gebrochen. Nun konnte ich nicht nur Dinge lernen, über die ich hier besser nicht schreibe, ich konnte auch alle Fragen zum Verkauf abklären: Wo hält das Auto? Welche Hühner gibt’s denn da? Was kosten die?

Dann wurden diverse Erfahrungen ausgetauscht. Da ich die Jüngste unter uns Dreien war, hörte ich mehr zu und ließ mich beraten. Ich erfuhr, dass Hühner klein gehackten Blumenkohl mögen. Dass ich besser eine ungerade Anzahl Hühner in der Gruppe haben sollte. Auf die Frage, warum das so sei, konnte mir keiner eine Antwort geben. Eine ungerade Zahl sei sowohl beim Ausbrüten als auch in der Tiergruppe selbst von Vorteil, das sei schon von den Vorfahren so überliefert worden. Außerdem gab es eine detaillierte Anleitung, wie man einem Huhn die Haut abziehen kann, damit man es nicht rupfen muss. Es folgte ein Rezept für Fleischküchle (= Frikadellen) und die Frage an mich: „Na, haben Sie noch keinen Hunger?“

Dann kam irgendwann der LKW des Geflügelhofs vorgefahren, wir schnappten unsere Kartons und gingen los. Von der romantischen Vorstellung, ich könne mir die schönsten Hühner aussuchen, habe ich mich schnell verabschiedet: Gewünschte Anzahl nennen, Klappe auf, Huhn raus, Huhn in die Kiste, Geld bezahlen. Fertig. Die Männer hinter mir in der Schlange warteten geduldig.

Zu Hause empfingen ein Hahn und ein Huhn die neuen Mitbewohnerinnen, die ich erst einmal separiert habe. Ich hoffe, sie vertragen sich eines Tages!

So, das war mein heutiger Einblick ins einfache Landleben! Was habe ich gelernt? Es ist gar nicht so schlimm, in unbekanntes Gebiet vorzudringen! Ein Mal ist immer das erste Mal. Und es hilft, einfach offen auf die Menschen zuzugehen!


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Ganz einfach Dunja

Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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