28.05.2013

Urlauben, arbeiten, wwoofen


Aktuell denken wir über ein Angebot nach, das uns ein Bekannter in Amerika gemacht hat: Wir helfen ihm einige Tage auf seinem Anwesen aus, erledigen handwerkliche Arbeiten. Dafür können wir dort kostenlos wohnen. Ich finde die Idee gut: Wir hätten eine Anbindung an eine einheimische Familie, wären nicht die klassischen Touristen und würden vor allem kostengünstig unsere Ferien dort verbringen. Als Jugendliche hatte ich stets andere darum beneidet, wenn sie Freunde oder Verwandte im Ausland hatten, die sie in den Ferien besuchen konnten. Ich glaube, dass mit diesem Einheimischen-Bonus auch Orte interessant werden, die man sonst vielleicht nicht bereisen würde.

Eine Bekannte erzählte mir, dass sie mit ihrer Familie früher oft „gewwooft“ hätte: Beim sogenannten Wwoofen hilft man gegen freie Kost und Logis auf einem Öko-Bauernhof aus. Sie hatten sich damals einen Hof ausgesucht mit Kindern, die ungefähr im Alter ihrer Kinder waren. In der „Ferienzeit“ haben sie die Bauernfamilie so gut unterstützt wie es ging – sei es beim Landbau oder in der Kinderbetreuung. Die Lebensumstände und -gewohnheiten seien ganz anders gewesen als die eigenen, doch das sei äußerst spannend gewesen. Durch mehrere Aufenthalte auf demselben Bauernhof habe sich eine wundervolle Freundschaft unter den Familien entwickelt.

Als sie mir das erzählte, hörte ich gespannt zu. Irgendwie klingt das interessant. Es ist eine einfach Art, in ein anderes Leben zu schlüpfen, die ökologische Landwirtschaft kennenzulernen und zu unterstützen, mehr Bewusstsein zu entwickeln, von der Stadt aufs Land zu kommen und Beziehungen aufzubauen. Was mich wunderte: Früher dachte ich immer, das sei etwas für junge Menschen im Aufbruch. Doch das Beispiel der Bekannten zeigte mir, dass auch Familien Wwoofen können. Das funktioniert nicht nur in Deutschland, sondern auch im Ausland. Infos gibt es hier unter wwoof.de oder unter wwoofinternational.org.

Übrigens: Auch andere - ich nenne es mal "Projekte" - bieten freie Kost und Logis an, wenn man bereit ist mitzuhelfen. Ich persönlich wurde z. B. schon mal von einem Seminarhaus im Schwarzwald eingeladen. Ich hatte diese Option damals an einen Freund weitergeleitet, der als rüstiger Rentner auf der Suche nach Projekten war, die er befristet mit seiner Tatkraft unterstützen wollte. Eine weitere Plattform für freiwillige Helfer ist helpx.net - mit mehr als 170 Angeboten in Deutschland.

Ob ich eines Tages Ferien mit Arbeit verbinden will und werde, darüber bin ich mir allerdings noch nicht schlüssig. Doch verlockend klingt es schon ...


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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