29.11.2011

Von dem, der dort hinzog, wo der Pfeffer wächst


Es war einmal ein kleines Dorf, weit entfernt von einer großen Stadt, irgendwo im Nirgendwo. Manche sagen, dies war der Ort, an dem der Pfeffer wächst, andere meinen, hier sagten sich Fuchs und Hase gute Nacht. In diesem Dorf gab es ein Haus, das lange unbewohnt war. Seine Besitzer bemühten sich, es an den Mann zu bringen. Doch sie mussten Geduld haben. 

Dann, endlich, war er gefunden, der Käufer: Ein rüstiger älterer Herr, von großer und kräftiger Statur. Er kam aus einem fernen Lande, ganz am anderen Ende der Welt. Viele Geschichten rankten sich um ihn und seine Familie. Doch der Mann war sehr zuvorkommend, offen und freundlich. Er lud die Kinder der Nachbarschaft zu sich ein, hielt hier ein Schwätzchen und dort ein Schwätzchen – so gut, wie er sich eben in der ihm fremden Sprache unterhalten konnte.

So kam es dann auch, dass er auf dem alljährlichen Dorffeste das Tanzbein schwang und allerlei Frauen den Kopf verdrehte. Doch er wusste es auch, die Männer des Dorfes in seinen Bann zu ziehen, so wundersam wie er war. Nur einer, der wollte ihm nicht recht glauben. Der fragte sich: „Was will ein Mensch wie dieser hier? Bei uns am anderen Ende der Welt, fernab der Zivilisation? Wo er niemanden kennt?“ Noch dazu war er von heute auf morgen einer der ihren. „Da musste etwas im Busche sein“, dachte sich der Alteingesessene.

Zum Glück gab es dort im Nirgendwo eine Verbindung nach draußen. Die nannte sich „Welt-Weit-Netz“. Dort gab der Mann den Namen des Fremden ein – und stieß auf Dinge, die er lieber nicht gelesen hätte. Doch es war zu spät. Nur wenige Minuten vergingen, da war das ganze Dorf informiert. Auch hierfür gab es eine spezielle Leitung. „Stellt euch vor, ich hatte Recht!“, sagte hierüber der Alteingesessene. „Unser Mitbürger ist auf der anderen Seite der Erde ein bekannter Mann. Er hat Frauen angelockt und sie bedrängt, vielleicht sogar noch schlimmer. Dafür saß er schon im tiefen Kerker.“ Das mit dem Welt-Weit-Netz war so eine Sache: Die Dokumente schienen echt, die Bilder lügten nicht. 

Nun war das Dorf in Aufruhr. Alle Bewohner wussten Bescheid, nur der Neue, der wusste nichts. Und hier endet die Geschichte, denn die Dorfbewohner waren mit ihrem Latein am Ende. Sollten Sie zugeben, dass sie wussten, wer er war? Sollten sie einfach nur vorsichtig sein? Konnte sich jemals wieder jemand ganz normal mit ihm unterhalten?

Ja, diese Geschichte spielt in unserem Jahrtausend. Sie ist wahr. Und damit umzugehen, das ist alles andere als einfach ...


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Ganz einfach Dunja

Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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