01.02.2012

Wann haben wir Zeit, um das Leben zu genießen?


Meine Freundin Bettina traf vergangene Woche auf eine Bekannte, die sie schon seit Jahren nicht mehr gesehen hat. Die beiden tauschen sich kurz darüber aus, wo sie gerade stehen. Bettina hat zwei kleine Kinder und geht nur wenige Stunden arbeiten. Viel Geld hat die Familie nicht. Ihre Bekannte erzählt, dass ihre beiden Söhne schon flügge geworden und gerade im Ausland sind. Da ihr Mann beruflich gut positioniert ist, muss sie nichts zum gemeinsamen Lebensunterhalt beisteuern.

„Und, wie geht es dir jetzt so, wo deine Kinder aus dem Haus sind?“, will Bettina von ihr wissen. Mit einem gedehnten „Gut“, antwortet die Bekannte, „ich genieße mein Leben.“ In diesem Moment schießt Bettina so einiges durch den Kopf: „Klar, sie hat keine Geldsorgen. Die Kinder sind selbstständig. Schön, dass sie das so genießen kann. Bei mir wird das wohl noch etwas dauern. Bis meine Kinder groß sind ... Ob ich jemals finanziell so gut abgesichert bin?“

Die beiden unterhalten sich noch ein wenig darüber, wie das Genießen aussieht: Die Bekannte klappert eine Metropole nach der anderen ab, fehlt auf keiner wichtigen Party, macht Wellness-Wochenenden und und und. Das macht Bettina nachdenklich. Ist es das, was SIE sich unter Genießen vorstellt? Auf dem Nachhauseweg beschließt sie, sich von dieser Sicht auf das Leben zu verabschieden.

Bettina ist überzeugt: „Ich brauche nicht zu warten, bis ich Geld habe oder meine Kinder erwachsen sind. Ich kann auch heute schon mein Leben genießen! Und zwar so, wie es mir entspricht.“ Gleich am Abend verabredet sie sich mit Freunden. Zu mir sagt sie später: „Wenn meine Bekannte wüsste, was sie mit ihrer Aussage ‚Ich genieße mein Leben’ ausgelöst hat ...“


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Ganz einfach Dunja

Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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