08.07.2011

War da ein Saboteur am Werk?


Als ich aufbrach, mich weiterzuentwickeln: Am Dienstagabend fuhr ich zu einem Seminar, das mich lehren sollte gelassener im Leben zu werden – so will ich es einmal umschreiben. Morgens fragte mich noch eine Mitarbeiterin: „Wie machst du das nur alles? Woher nimmst du die Energie?“, das Gespräch endete dann mit dem Satz: „Wahrscheinlich ist alles nur eine Frage der Organisation.“ Da könnte was Wahres dran sein, dachte ich mir.

Wichtigste Frage bei mir ist: Wer kümmert sich um’s Kind? Da ich mindestens zwei Stunden Anfahrtszeit habe, bin ich viele Stunden unterwegs. Baby-Sitterin Nr. 1 macht gerade ein Praktikum und kann erst bei uns sein, wenn ich schon weg muss. Baby-Sitterin Nr. 2 kann gar nicht so früh am Nachmittag. Baby-Sitterin Nr. 3 ist krank und hat einen Todesfall in der Familie. Also sollte Baby-Sitterin Nr. 1, Tamara, zum Einsatz kommen. Meine Idee: Wir fahren ihr entgegen, holen sie vom Praktikum ab, sie übernimmt mein Kind und macht aus der Rückfahrt eine Straßenbahntour. So gewinne ich eine halbe Stunde.

Nun, es lief alles anders als geplant:

12:30 Uhr: Tamara ruft an, dass sie 1 Stunde früher Feierabend hat. Prima! Das reicht ihr, um mit der Bahn zu uns zu fahren und um 15:30 Uhr hier die Regie zu übernehmen.

15:10 Uhr: Spielzeit für Mutter und Tochter. Tamara wird gleich kommen, ich kann mich noch in Ruhe fertigmachen und Essen fürs Seminar richten.

15:20 Uhr: Tamara ruft an: „Ich hatte noch eine Führung durch die Firma und komme jetzt erst aus der Tür raus!“ Mir schwimmen die Felle davon ... „Okay, wir machen uns schnell fertig und treffen uns in der Mitte am Straßenbahnhalt Mühlenweg.“

15:24 Uhr: Wir machen uns startklar: „Nein, nicht eincremen!“, „Nein, ich will ein anderes T-Shirt!“, „Nicht diese Hose!“, „Ich will diese Schuhe anziehen!“, „Ich habe Hunger!“, „Ich bin müde!“ Ich packe schnell das Nötigste zusammen, fürs Essen reicht es nicht mehr.

15:46 Uhr: Wir verlassen das Haus und düsen zum Mühlenweg.

15: 56 Uhr: Die Straßenbahn fährt im Mühlenweg ein, Dunja parkt unterhalb des Wartehäuschens, etwa 10 mm (!) neben einer Stahlstütze. Uff! Das hätte jetzt noch gefehlt!

16:00 Uhr: Ich übergebe mein halb schlafendes Kind an Tamara und fahre los. Ab jetzt habe ich 2 Stunden bis zum Seminar – laut Google-Maps entspricht das genau meiner Fahrtzeit.

16:04 Uhr: Ich stehe an der Kreuzung und muss eine Entscheidung treffen: links oder rechts herum zur Autobahn? Ich entscheide mich für rechts und fahre.

16:08 Uhr: Ein lahmer PKW ist überholt, nach der Ortschaft kann’s schnell gehen. Zu dumm: Ein Mähdrescher vor mir. Gegenverkehr. Überholen unmöglich.

16:10 Uhr (gefühlte 30 Minuten später): Der Mähdrescher fährt an die Seite, um die Schlange hinter sich vorbeizulassen. Danke!

16:16 Uhr: Ich bin auf der Autobahn! Ich rege mich auf: Viel zu spät losgefahren, nichts zu essen dabei.

16:26 Uhr: So langsam habe ich mich beruhigt. Ich denke darüber nach, dass ich diesen Blogeintrag schreibe und frage mich: Hätte es einen simplify-Weg gegeben? Mir fiel keiner ein.

17:30 Uhr: Ich rufe die Seminarleitung an, dass ich sicher nicht pünktlich da sein würde und dass ich nichts zu essen dabei habe. Sie ist erschrocken, dass ich noch so weit weg bin. Ich rege mich schon wieder auf, denn ich sehe alle dort sitzen und auf mich warten.

18:10 Uhr: Ich komme an und werde begrüßt. „Zwei Teilnehmer fehlen noch, obwohl die gar nicht so weit weg wohnen wie Sie!“ Juhu! Ich bin nicht die Letzte!

18:20 Uhr: Die Seminarleiterin sagt: „Manchmal, da gibt es Saboteure. Dann steht man im Stau, wird krank oder der Babysitter kommt nicht. Es scheint alles Zufall zu sein. Aber das sind die Saboteure. Die wollen nicht, dass wir uns verändern.“

Aha! Die kleinen Saboteure, die kenne ich schon aus simplify your life. Dann sind die also auch für meinen Babysitter zuständig!? Wie dem auch sei: Ich bin hier, um gelassener zu werden. Es kann losgehen!


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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