16.03.2012

Warum 399 Wörter, wenn es auch mit 32 geht?


Am vergangenen Wochenende ging ich zu einem Bäcker, den ich normalerweise nicht ansteuere. Dort gab es einen Bildschirm an der Wand, und es liefen verschiedene Bilder nacheinander durch. Als ich das erste Mal hinblickte, las ich folgendes: „Die Zehn Gebote enthalten 279 Wörter, die amerikanische Unabhängigkeitserklärung 300, die Verordnung der Europäischen Gemeinschaft über den Import von Karamelbonbons aber exakt 25.911!“

„Hier geht’s um simplify“, schoss es mir durch den Kopf. Und ich nahm mir vor, darüber zu schreiben. Mittlerweile weiß ich dank Wikipedia, dass es diese Verordnung gar nicht gibt. Wenn ich es recht verstehe, stammt das Zitat in dieser Form von Franz Josef Strauß aus dem Jahr 1986. Es gibt verschiedene Abwandlungen dieses Vergleichs. So viel zu den Fakten.

Und was sagt uns das, außer dass der damaligen EG viel Bürokratie zugeschrieben wurde? Also, wenn es nach mir geht, müssen wir dazu nicht nach so weit schauen ... Ein simplify-Steuergesetz für Deutschland wäre in meinen Augen schon mal ein großer Schritt!

Was der Vergleich sagen will, ist: Wir können es schaffen, wichtige Dinge in nur 279 Wörtern auszudrücken. Bei den Worten der Unabhängigkeitserklärung wurde laut Wikipedia-Eintrag geschummelt. Diese enthält wohl etwa 1.300 Wörter. Das entspricht ziemlich genau dem, was ich hier von Montag bis gestern geschrieben habe. Wirklich viel ist das auch nicht, gemessen an der Bedeutung des Inhalts (der Unabhängigkeitserklärung).

Als ich angefangen habe für simplify-Produkte zu schreiben, viel es mir schwer, mich zu reduzieren auf das Wesentliche. Wir sind es gewohnt, umständlich zu formulieren. Viele Menschen trauen sich das Schreiben nicht zu, weil sie meinen, dieses Umständliche nicht hinzukriegen. Mein Rat lautet inzwischen: Schreibe so, wie du es erzählen würdest. Danach schaust du dir das an und feilst an der einen oder anderen Stelle noch herum. Mehr muss es gar nicht sein. Doch auch beim Erzählen verlieren wir oft viel zu viele Worte. Mal ist es angebracht, mal nicht.

Ich hätte zum Beispiel den heutigen Beitrag so füllen können:

Auch komplexe Themen lassen sich einfach auf den Punkt bringen. Das sehen wir an den zehn Geboten: 279 Wörter reichen aus, um Grundregeln für das Leben mit Gott und den Mitmenschen aufzustellen.

Das tue ich aber nicht. Wo kämen wir denn hin, wenn jeder Blog-Eintrag nur drei Zeilen hätte? Dann würde ich vermutlich bei Twitter landen ... Allerdings hätte ich dann oben schon wieder 23 Zeichen zu viel ... Mal sehen, vielleicht mache ich mal eine 3-Zeilen-Testwoche!?


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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