19.04.2014

Warum das Kaninchen kein Hase ist


Neulich erklärte ich meiner Tochter den Unterschied zwischen Hase und Kaninchen. Wir waren mit dem Auto an einer Wiese vorbeigefahren, auf der sich jede Menge Hoppler tummelten. „Schau mal, Mama! Da sind ganz viele Hasen!“ Ich erklärte ihr, dass dies Kaninchen sein müssten, denn Hasen halten sich nicht in Gruppen auf. Am Abend versuchte ich dann, ihr die Unterschiede noch etwas deutlicher zu machen.

Wisst ihr denn Bescheid? Ich habe nämlich gerade eine Meldung der Deutschen Wildtier Stiftung erhalten, die gut erläutert, was es mit dem „Osterhasen“ und seinem vermeintlichen Doppelgänger auf sich hat:

Die gemeinen Osterhasen, das sind die Feldhasen, sind überzeugte Einzelgänger: Sie leben nicht in einer Familie. Die Häsin säugt den Nachwuchs, doch schon von der fünften Woche an sind Junghasen selbstständig. Eine Hasenfamilie, die zusammen einträchtig über den Acker hoppelt, gibt es nicht! Die Junghasen aus einem Wurf können übrigens auch mehrere Väter haben: Bei der Hasenhochzeit bemühen sich nämlich viele Rammler um eine Häsin.

Häufig wird die Häsin für eine schlechte Mutter gehalten, nur weil sie ihren Nachwuchs allein auf dem Acker liegen lässt. Doch die Häsin ist keine Rabenmutter - im Gegenteil: Sie schützt ihren Nachwuchs vor Fressfeinden, wenn sie erst spät am Abend oder in der Nacht kommt, um die Kleinen zu säugen. Tagsüber würden Greifvögel, Füchse und andere Feinde nur durch die Häsin auf den Hasennachwuchs aufmerksam.

Obwohl die meisten Menschen in Deutschland schon Feldhasen gesehen haben, werden diese häufig mit Wildkaninchen verwechselt. Doch der Osterhase ist kein Kaninchen! „Oberflächlich betrachtet gibt es eine gewisse Ähnlichkeit“, sagt Eva Goris von der Deutschen Wildtier Stiftung. „Doch die Unterschiede sind auffällig.“

Zunächst einmal ist der Feldhase viel größer und schwerer als das Kaninchen. Die langen Löffel fallen beim Feldhasen sofort auf. Kaninchen haben kürzere Ohren, wodurch ihr „Gesicht“ runder und gedrungener wirkt. „Die langen Hinterbeine des Feldhasen machen ihn zu einem Schnellstarter, der Haken schlägt und dadurch manchem Feind entkommen kann. Kaninchen flitzen dagegen möglichst schnell ins Gebüsch, wenn Gefahr droht“, sagt Goris.

Von Geburt an sind die Unterschiede zwischen Feldhase (Lepus europaeus) und dem Kaninchen (Oryctogalus cuninculus) unübersehbar. „Während Feldhasen Einzelgänger sind, die sich eine Mulde auf blankem Boden scharren, lieben Kaninchen das gesellige Leben in unterirdischen Bausystemen“, sagt Goris.

Außerdem, das füge ich jetzt an, weil mir diese Info hier fehlt, sind Hasen Nestflüchter, die sehend und mit Fell auf die Welt kommen. Kaninchen kommen hingegen nackt und blind auf die Welt, sie sind sogenannte Nesthocker. Das ist übrigens ein Merkmal, das sich Kindern wunderbar erklären lässt.

Also, viel Freude mit dem diesjährigen Osterhasen!


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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