15.11.2011

Warum einfach, wenn es auch umständlich geht?


Bekanntermaßen fallen einem die Dinge besonders schwer, die man sonst für andere erledigt. Bei mir ist es das Schreiben. Das ist mein Job. Wenn ich aber für mich selbst etwas schreiben muss (siehe mein Weihnachtskarten-Beitrag), bin ich oft total blockiert. Ich suche dann nach der besonders besonderen Lösung, denn ich muss es ja schließlich können. Was ich zu Papier bringe, ist dann lange Zeit: Nichts.

Erst gerade wurde ich gebeten, eine Widmung in ein Buch zu schreiben. Ich schob das zwei Tage lang vor mir her. Es sollte nichts Banales sein. Es sollte zum Empfänger passen. Es sollte zu mir passen UND auch noch zu der Beziehung, die wir zueinander haben. Das waren die besten Voraussetzungen dazu, es kompliziert zu machen! Als es zeitlich für mich langsam eng wurde, entschuldigte ich mich dafür, dass ich noch nichts geschrieben hatte. „Ich möchte mir darüber erst einmal richtig und in aller Ruhe Gedanken machen“, sagte ich und verpackte damit nur meine Schreibblockade.

Schon in dem Moment, als ich es aussprach, fokussierte ich in meinem Kopf genau das, was unser bisheriges Zusammentreffen ausgemacht hatte. Das „Engelchen“ in mir sagte: „Prima, das ist doch ganz einfach, und das ist es, was du schreiben solltest.“ Das „Teufelchen“ meinte: „Nee, da musst du dir schon noch etwas Geistreicheres einfallen lassen.“ Und irgendwie meldete sich das Teufelchen dann auch laut zu Wort, indem es mich sagen ließ: „Eigentlich weiß ich ja schon, wovon meine Widmung handeln soll, ABER ...“ Dann ergriff das Engelchen die Initiative: „Weißt du was? Ich schreibe einfach das, was ich gerade denke! Fertig.“

Ich sagte es und ging zum Buch. Irgendwie muss es dem Teufelchen gar nicht gepasst haben, dass ich diesen simplify-Weg gehen wollte: Ich verschrieb mich – in einem Buch, das nicht mir gehörte – so, dass ich es nicht rückgängig machen konnte. Nun, so bekam mein Eintrag zusätzlich eine künstlerische Note und wurde sehr, sehr authentisch. Ganz einfach Dunja eben.

Im Übrigen ist mir so etwas nicht zum ersten Mal passiert. Alexa und ich haben einmal die richtigen Worte für eine Karte zu einem gemeinsamen Geschenk gesucht. Es wurde unerträglich. Wir wollten darauf einen Wunsch äußern (dass wir vom Beschenkten eine Postkarte haben wollten), aber nicht so unverschämt sein, diesen auch auszusprechen ... So überlegten wir uns (unter Zeitdruck) etliche verbale Umwege, die alle nicht so recht passen wollten. Bis Alexa schließlich sagte: „Wir freuen uns über eine Postkarte von dir. Ganz einfach!“ Manchmal sind eben weniger Worte mehr ...


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Ganz einfach Dunja

Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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