27.08.2012

Warum ich mein Brot nun doch selber einkaufe ...


Mit den Jahren habe ich gelernt, auf die Signale meines Körpers zu hören. Deshalb nehme ich sie mittlerweile ernst. So kam es auch, dass ich das Brotbacken nun doch nicht zu meinem neuen Hobby mache. Vor einigen Tagen fragte ich mich noch, ob das Brotbacken MEINE Möglichkeit ist, um Ausgleich zum Alltag zu finden („A wie Anstellen und Z wie Zwischengare“).

Mittlerweile habe ich entschieden, es ist es nicht! Dabei war ich zwei Tage nach der Brotbackunterweisung noch guter Dinge: Ich habe kiloweise Mehl und andere Utensilien bei unserem Mühlenladen eingekauft. Ich habe beim Fachhandel die restlichen Zutaten bestellt. Dann durchforstete ich das Netz nach Rezepten, die nicht ganz so schwer und zeitaufwendig schienen. Das Problem war nur: Entweder der Vorlauf für ein Brot war für mich kaum zu bewältigen (8-mal den Teig anfassen und behandeln, bevor er in den Ofen kommt – und das über 3 Tage hinweg) oder mir fehlte die Küchenmaschine dazu (Teig 15 Minuten auf höchster Stufe rühren).

Meine „Lehrerin“ arbeitete am Ausbildungstag mit einem ausgefeilten Balkenplan – wann muss welcher Teig für welche Zeit wie behandelt werden. Im Alltag sehe ich sie oft nach Hause flitzen, um eben den Teig zu rühren oder in den Ofen zu schieben. Das kriege ich in meiner jetzigen Lebenssituation definitiv nicht hin. Und mit meinem 480-Watt-Mixer werde ich nur ein Mal einen Teig 15 Minuten auf höchster Stufe kneten – wenn ich überhaupt so weit komme. Per Hand werde ich das schon gar nicht schaffen.

Also durchforstete ich Online-Händler nach einer Küchenmaschine. Dabei fragte ich mich stets: Soll ich so viel Geld ausgeben, obwohl ich noch gar nicht weiß, ob ich dieses Hobby weiter pflegen werde? Ich suchte und las und suchte und las. Zum Schluss bin ich bei Brotbackmaschinen gelandet, die für relativ wenig Geld ebenfalls in der Lage sind, einen Teig zu kneten. Sollte ich mir jetzt etwa so ein Ding kaufen? Vor ein paar Jahren hatte ich meine Maschine meiner Freundin Corinna geschenkt, weil ich sie nie benutzt hatte ...

Was soll ich sagen: Wie ich so darüber grübelte, was nun sinnvoll ist, und die Angebote im Internet scannte, wurde es mir so schwindelig, dass ich den Rest des Tages nicht mehr zu gebrauchen war. Gut, die Temperaturen waren nicht gerade kreislauffreundlich und ein Urlaub wäre sicher auch nicht schlecht – aber mir schien, diese Brotback-Sache setzte dem Ganzen noch das Krönchen auf. Als ich dann meinen Freundinnen davon berichtete, wie sehr mich dieses „Hobby“ gerade blockierte, erntete ich nur ein: „Mensch Dunja, dann lass’ es doch sein! Du kannst auch ohne großes Tamtam ein Brot oder Brötchen backen. Dann wird das Ergebnis zwar nicht so perfekt, aber du machst dich auch nicht verrückt damit!“

Ich überlegte noch eine Weile, ob ich das wirklich tun sollte, die Mittellösung wählen. Schließlich habe ich jetzt jede Menge Mehl im Schrank. Aber eine Stimme in mir sagte: „Lass die Sache einfach wieder vollkommen los. Lebe dein Leben wie bisher. Kaufe dein Brot wieder ein. Vielleicht hast du in ein paar Jahren die Möglichkeit, das Ganze wieder aufleben zu lassen.“ Und so mache ich das jetzt auch. Manchmal muss man eben wissen, wann man eine Sache beenden oder gar nicht erst anfangen sollte – und auch den Mut haben, dazu zu stehen ...


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Ganz einfach Dunja

Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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