11.02.2015

Warum ich nun ein anderes Verhältnis zu Mandarinen habe


„Man muss nicht alles wissen“, sagte ich am Montag zu meiner Tochter. „Wichtig ist, dass du weißt, woher du eine Information bekommst.“ Selbstbewusst gab ich zu, dass ich auch nicht alles weiß, was es zu wissen gibt. Das musste ich zum Beispiel vergangene Woche feststellen, als ich losfuhr, um Hühnerfutter zu kaufen.

Ich hatte meinen üblichen Fachmarkt für Haus, Hof und Garten angesteuert. Dort hilft man den Kunden noch, die schweren Säcke ins Auto zu laden. Es ist also alles ganz familiär. Als ich an der Kasse stehe, kommt der Chef auf mich zu, bückt sich und holt eine Mandarine aus einer großen Holzkiste zu meinen Füßen. „Hier: Die schenk’ ich Ihnen! Die sehen zwar nicht so gut aus, die Mandarinen, aber die sind unbehandelt und aus dieser Erntesaison.“

Dann legt er eine Gesprächspause ein, läuft um den Tresen und spricht weiter: „Die Mandarinen, die Sie sonst im Handel bekommen, können nämlich bis zu 7 Jahre alt sein! Die werden solange unter Stickstoff gelagert. Schmecken dann nach nichts mehr.“ Was? Ich zeigte mich entrüstet. Sieben Jahre, bis eine Mandarine oder Clementine zu mir kommt? Kein Wunder, dass ich manche Frucht mangels Eigengeschmack in der Obstschale links liegen lasse!

Das – sollte es wirklich wahr sein – habe ich nicht gewusst. Die Mandarine schmeckte köstlich! Zwei Tage später fuhr ich in den Bioladen, um neue Mandarinen zu kaufen. Ich gehe mal davon aus, sie hatten noch keinen Geburtstag. Sie schmeckten ebenfalls fruchtiger als die meisten anderen, die ich in diesem Winter schon verspeist habe.

Seither erzähle ich jedem meine Geschichte von den Sieben-Jahres-Mandarinen. Und niemand wusste Bescheid ...


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Ganz einfach Dunja

Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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