15.04.2015

Warum Ruhe besser ist als Sturm


Seit ich mich vor 10 Jahren selbstständig gemacht habe, genieße ich das „freie“ Leben. Früher hatte ich starre Arbeitszeiten, das frustrierte mich ständig. Heute lebe ich und ich arbeite dabei. Darüber darf ich mich sehr glücklich schätzen und auch dankbar sein. Nun hatte ich eine Woche, in der ich (fast) so arbeitete wie früher. Meine Tochter war in den Ferien und nicht zu Hause. Ich selbst arbeitete jeden Tag außer Haus.

Meine erste, aufdringlichste Erfahrung: Ich komme (gefühlt) zu gar nichts mehr! Weder zum Einkaufen noch zum Wäschewaschen, -Bügeln, Putzen oder soziale Kontakte Pflegen. „Siehst du!“, sagte eine Freundin zu mir, „So geht es mir ständig, seit ich wieder arbeite!“ Puh! Und ich hatte in diesen Tagen nicht einmal ein Kind zu Hause, das noch meine Aufmerksamkeit oder Betreuung brauchte.

Dann habe ich jedoch noch eine interessante Zweit-Erfahrung gemacht: Mangels Zeit habe ich etwas länger gebraucht, um E-Mails zu beantworten. Ehrlich gesagt habe ich meinen virtuellen Briefberg immer noch nicht ganz abgearbeitet. Die Folge: Ich habe viel langsamer reagiert als sonst. Eine Nachricht hat mich zum Beispiel sofort ins Denken gebracht. Im Kopf schusterte ich meine gesamte Antwort schon zusammen. Man kann fast schon sagen, ich war überengagiert. Das lag sicher daran, dass mich besagte E-Mail nicht ganz kalt gelassen hat.

Ungefähr drei Tage beschäftigte mich meine Antwort im Kopf. Jedoch kam ich nie dazu, alles niederzuschreiben und tatsächlich zu antworten. Und plötzlich war es mir gar nicht mehr so wichtig. Mein Gemüt war viel ruhiger als nach dem ersten Lesen der Ausgangsmail. Ich bin sicher, wenn ich mich in den kommenden Tagen daransetze, fällt meine Antwort ganz anders aus. Vielleicht auch nicht, aber meine innere Haltung zu dem Thema ist eine andere – und ich bin sicher, dass der Empfänger das merkt und meine Worte anders lesen kann.

Normalerweise bin ich eine Freundin der schnellen Reaktion. Doch diese Erkenntnis hat mir einmal mehr deutlich gemacht, dass Schweigen wirklich besser sein kann als Reden. Und sei es nur für ein bestimmtes Zeitfenster. Innezuhalten und für einen Moment loszulassen, scheint förderlich für zwischenmenschliche Beziehungen zu sein.

Falls es doch anders kommt, melde ich mich ;-)


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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