31.01.2014

Was die Aufschieberitis mit der Steinzeit zu tun hat


Es ist schon erstaunlich, wie leicht man etwas aufschieben kann. Diesen Blogbeitrag zum Beispiel. Gestern Morgen las ich eine Meldung, die wunderbar zu simplify passt. Statt direkt einen Beitrag dazu zu schreiben, zog ich erst einen anderen Auftrag vor. Danach war es kurz vor Mittag. Jetzt wäre ein guter Zeitpunkt gewesen. Doch ich entschied mich für einen Plausch mit meinem Partner und dazu, ein leckeres Mittagessen zu kochen. Es blieb mir noch eine halbe Stunde. Nun wollte ich auch nicht mehr damit anfangen ...

Am Nachmittag hatte ich es mir fest vorgenommen, den Blog zu füllen. Bis sich meine Tochter entschied, zu ihrer Freundin zu gehen. Nach kurzem Abwägen schnappte ich mir meine Handtasche und fuhr einkaufen. Wieder zurück, kümmerte ich mich um das Abendbrot. Und dann war die Couch so einladend, dass ich es nicht mehr bis ins Büro schaffte. „Was soll’s!“, sagte ich mir. „Es geht doch sowieso ums Aufschieben! Dann kannst du den Beitrag auch verspätet einstellen ...“

Die Apotheken Umschau hat sich nämlich auf ihrer Website www.apotheken-umschau.de dem Thema gewidmet. Interessant ist, woher die Aufschieberitis kommen soll: Mit Faulheit habe die Unart nichts zu tun. „Der Faulpelz vermeidet die Anstrengung, und es geht ihm gut dabei“, erklärt der Berliner Psychoanalytiker Hans-Werner Rückert. Der notorische Aufschieber hingegen leidet - und ist dabei höchst fleißig. Und warum ist die Aufschieberitis so verbreitet? Weil der Mensch entwicklungsgeschichtlich nicht darauf vorbereitet ist, vorsorgend und arbeitsteilig zu handeln, meinen Evolutionspsychologen. Die Aufgaben der Jäger und Sammler waren lebensnotwendig und unaufschiebbar. Das wirkt wohl bis heute nach.

Tja, dann können wir wohl nichts dagegen machen, außer To-do-Listen führen (ich habe ja jetzt eine schöne, deren erstes Blatt schon teilweise beschriftet ist) und in Babyschritten nach vorne gehen, um unsere Dinge abzuarbeiten. Mich hat es vor ein paar Tagen abends gepackt: Hier eine Kiste, dort die leeren Glasflaschen, die letzte Weihnachtsdeko. In nur wenigen Minuten habe ich alles beseitigt und gleich an Ort und Stelle gebracht. Nichts davon war lebensnotwendig. Doch alles davon war lebensbejahend. Und das tat gut!


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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