23.02.2015

Was ich alles kann ... und wie ich das niemals herausfinde


Kurz vor dem Wochenende habe ich mich spontan dazu entschieden, etwas für mein „Business“ zu tun. Ich habe einen Online-Kurs gestartet, der mir helfen soll, mich besser zu positionieren, die richtigen Menschen anzusprechen und meine Leistungen gut zu verkaufen. Schließlich sollte man sich als Freiberufler hin und wieder weiterbilden.

Ich finde es erstaunlich, welche Möglichkeiten das Internet inzwischen bietet, um sein Geschäft voranzubringen. Mir schwant, dass ich mich mit all diesen Möglichkeiten ebenfalls eines Tages auseinandersetzen werde. Doch alles zu seiner Zeit! Jetzt fange ich damit an, mir grundsätzliche Fragen zu stellen und mich eventuell neu bzw. anders auszurichten.

Eine Aufgabe in meinem Online-Kurs lautet: Schreibe 100 Dinge auf, die du gut kannst. „Pah! Das hört sich nicht viel an. Da fällt mir bestimmt etwas ein“, dachte ich spontan. Schließlich habe ich vor 30 Jahren einmal Klavier gelernt und Tennis spielen. Das könnte ich alles auf meiner Liste festhalten.

Ich erinnerte mich, dass meine Kommunikationstrainerin mir schon einmal eine ähnliche Frage gestellt hatte. Damals zählten wir gemeinsam rund 20 Dinge auf, die kamen recht schnell. Fehlen immer noch 80. Das schüchterte mich dennoch nicht ein. Gedanklich war ich voll auf 100 gepolt. Wäre doch gelacht, wenn ich die nicht voll machen könnte, die Liste!

Dann beschäftigte ich mich weiter mit meinem Online-Kurs und vergaß die 100 Dinge, bis ich irgendwann auf den Download-Button für die 100-Dinge-die-ich-gut-kann-Liste stieß. „Eigentlich brauchst du doch so eine Liste gar nicht“, sagte ich zu mir. „Du weißt ja, dass du 100 Sachen zusammen bekommst!“ Welcher innere Saboteur war da wohl am Werk? Oder war es gar ein Retter?

Denn es gab einen Anteil in mir, der wollte die Liste ausdrucken. Und er ließ mich auf den Download-Button klicken. Es öffnete sich eine leere Liste mit ganz vielen Zeilen. 20 auf Seite 1. 22 auf Seite 2. Ich scrollte über die Seite 3. Diese war ebenfalls voll leerer Zeilen. Mir wurde schon ganz flau im Magen: Das sollte ich alles ausfüllen? Das ist unmöglich zu schaffen! Spätestens auf Seite 2 würde mir nichts mehr einfallen! Ich scrollte über Seite 4: Auch sie war voller Zeilen – bis unten hin! Dann endlich die Erlösung: Auf Seite 5 war nach 11 Zeilen Schluss …

Was meint ihr? Habe ich die Liste ausgedruckt?

Nein, das habe ich nicht. Ich stand ein wenig unter Schock. Ich soll 5 DIN A 4-Seiten mit Dingen ausfüllen, die ich kann? Das verschiebe ich mal lieber. Und denke innerlich: „Ist doch kein Problem! 100 Dinge! Die findest du bestimmt …“


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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