16.09.2011

Was ich nie wieder tun wollte


Es ist schon einige Monate her, als ich das Buch „Finde den Job, der dich glücklich macht“ von Angelika Gulder durcharbeitete. Darin gibt es eine Liste, auf der ich meine Lieblingstätigkeiten markieren durfte (S. 115/116). Im zweiten Schritt markierte ich mit einer anderen Farbe all das, was ich gut kann. Trifft das, was ich mag auf das, was ich gut kann: perfekt!

Dann gibt es da eine zweite Liste mit denselben Tätigkeiten (S. 118/119). Dort sollte ich alles markieren, was ich fürchterlich finde. Und im zweiten Schritt alles, was ich gut kann. Trifft das, was ich überhaupt nicht mag auf das, was ich gut kann: „Das sind die Dinge, die Sie – wenn irgendwie möglich – nie wieder tun sollten“, schreibt Frau Gulder dazu. Ich nahm das damals zum Anlass, einen regelmäßigen (!) Auftrag sofort zur Disposition zu stellen, wie es so schön heißt. Wozu sollte ich mich Monat für Monat mit etwas belasten, was mich quält, nur weil ich es gut kann?

Soweit so gut. Nun holt mich diese Vergangenheit ein. Weil es irgendwie zu meinem Job gehört, habe ich doch hin und wieder kleine Mini-Aufträge dieser Art angenommen. Manchmal habe ich Warnungen ausgesprochen wie: „Ist eigentlich nicht mein Ding, von mir gibt’s keine Gewähr“, aber davon haben sich meine Kunden nicht abschrecken lassen. Sie kennen mich und meine Qualitäten, da wird so eine Bemerkung mit „eigentlich“ in der Mitte des Satzes gerne überhört.

Nun passierte es kürzlich, dass mir eben bei dieser Tätigkeit zweimal hintereinander ein Fehler unterlaufen ist. Nach dem ersten Mal sagte ich sofort: „Okay, das war’s. Ich kenne da jemanden, der macht das mit Leidenschaft.“ Drei Tage später klopfte der Kunde wieder an: „Willst du oder gibst du mir deinen Kontakt weiter?“ Weil ich inzwischen rekonstruiert hatte, wie es zu meinem Fehler kam, knickte ich wieder ein und sagte: „Na gut, ich mache es.“ Es ist leicht zu erraten: Schon wieder schlich sich ein Fehler ein.

Ich hätte Frau Gulder glauben sollen! Wirklich glauben sollen. Und ich hätte klar Stellung beziehen müssen. Nicht „eigentlich mache ich das ja nicht“, sondern „nein, hierzu arbeite ich mit XY zusammen“. Der größte Fehler aber war, meinem befreundeten Kunden zuliebe wieder „Ja“ zu sagen. Das war für ihn nicht gut und für mich auch nicht.

Meine simplify-Botschaft in Kürze: Machst du das, was du gut kannst, gerne? Dann weiter so. Wenn nicht, hör' auf damit und steh' dazu!

Mir ist klar, dass manche im Berufsleben nicht einfach so mit dem aufhören können, was sie nicht mögen. Bei diesem "Test" ging es jedoch nicht nur um berufliche Dinge, sondern auch um solche, die uns privat begegnen. 


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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