08.08.2012

Was (m)ein Auto alles kann!


Auf der Hochzeit am Wochenende kamen wir auch auf Autos zu sprechen, denn einer der Gäste hatte gerade zwei Tage vorher ein neues bekommen. „Das ist der Wahnsinn!“, sagte er. „Das Auto macht fast alles alleine! Nur fahren muss ich noch selber. Aber dafür gibt es ja auch schon Lösungen, die erforscht werden.“ Richtig. Für mich löst die Vorstellung von Fahrzeugen, die sich selbstständig auf unseren Straßen bewegen, allerdings eher ungute Gefühle aus. Ich frage mich: Was passiert, wenn plötzlich alle Systeme ausfallen? Oder statt allen nur eines, sprich das meines Wagens, in dem ich gerade mit der ganzen Familie spazieren fahre. Ich denke da an die Bilder, als ich über den Kofferraum in mein Auto geklettert bin, weil die Zentralverriegelung nicht mehr funktionierte ... Da war ich zum Glück noch „off road“!

Gestern startete übrigens einer der weltweit größten Flottenversuche auf hessischen Autobahnen, Landstraßen und innerstädtischen Straßen: 120 Autos testen dort, wie sie untereinander und mit der Umgebung kommunizieren können. Sie fahren zwar nicht alleine, einen Fahrer gibt es durchaus. Aber sie wissen so viel, dass sie sich selbst und alle Insassen optimal durch den Verkehr führen:

Zum einen übermitteln die Fahrzeuge Informationen zur Verkehrslage an eine Zentrale, die dann die Entwicklung des Verkehrs prognostiziert und steuert. Über ein Display bekommen die Fahrer Empfehlungen zur günstigsten Fahrtroute. Das System assistiert den Fahrern zudem an Kreuzungen oder Ampeln, indem es etwa die optimale Geschwindigkeit für eine „grüne Welle“ vorzeitig anzeigt.

Zum anderen informiert das System die Autofahrer über drohende Gefahren. Beispielsweise warnt ein Notbremslicht auf dem Display den Fahrer, wenn ein vorausfahrendes Auto stark bremst – noch bevor der Fahrer physisch in der Lage ist, die Situation selbst zu erfassen. Bei Rettungseinsätzen zeigt das System die Richtung und die Spur an, aus der die oft schwer zu lokalisierenden Einsatzfahrzeuge kommen. Liegen Hindernisse auf der Fahrbahn, etwa verlorene Ladung, bekommen die Fahrer frühzeitig Ausweichmöglichkeiten angezeigt.

Das System nutzt eine eigens entwickelte Funktechnik, die auf dem WLAN-Standard aufbaut. Informationen können direkt an andere Fahrzeuge oder an entlang der Fahrbahn installierte Stationen übermittelt werden. Für den Fall, dass der Kommunikationspartner nicht in unmittelbarer Sendereichweite ist, können andere Fahrzeuge Informationen übermitteln („Multihopping“) oder speichern und weiterleiten („Store & Forward“).

Den günstigsten Weg wählen. Hindernisse wahrnehmen, bevor man sie sieht. Effizient fahren und Schadstoffe vermeiden. Diese Ziele verfolgt das Forschungsprojekt „Sichere Intelligente Mobilität – Testfeld Deutschland (simTD)“, das die intelligenten, elektronisch vernetzten Autos hervorgebracht hat. Wissenschaftler, Unternehmen und öffentliche Einrichtungen haben es gemeinsam entwickelt.

Wer weiß: Vielleicht kommen wir künftig schneller durch Frankfurt, weil es ein paar Autos gibt, die wissen, wie’s am besten geht!? Insgesamt geht es mir mit solchen Szenarien wie mit dem Navi: Wenn man es mal hat, verlässt man sich nur darauf. Läuft 5 Jahre alles gut und am ersten Tag des 6. Jahres nicht mehr, dann haben wir möglicherweise verlernt, uns selbst zurecht zu finden. Da fällt mir ein: Ich habe immer noch keinen guten Straßenatlas an Bord! Das muss ich nachholen, falls bei mir (nach weniger als 5 Jahren) das Navi mal wieder nicht will ...


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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