10.02.2012

Was Sterbende am meisten bereuen


Ein Beitrag über das Sterben macht in meinem Freundeskreis gerade „die Runde“. Es handelt sich um einen Artikel auf Stern.de zu dem Buch der Australierin Bronnie Ware "The Top Five Regrets of the Dying" (Die fünf Dinge, die Sterbende am meisten bereuen). Erleichterung spüre ich bei den Menschen, die im Begriff sind, mehr Freude in ihr Leben zu lassen. Ich schließe mich da mit ein. Die Freude ist eines der besagten fünf Dinge.

Bronnie Ware selbst hat keinen geradlinigen Lebensweg. Sie wollte irgendwann etwas „mit Herz“ arbeiten. So kam sie als Sterbebegleiterin in die Palliativpflege, wo sie vielen Menschen in deren letzten Wochen beistand. Ihre Erfahrungen dokumentierte sie in ihrem Blog. Aus einem Beitrag über die „Top 5“ entstand dann das Buch, das 2011 in Englisch erschien. Alleine der Blog-Beitrag wurde im ersten Jahr auf dem ganzen Erdball gelesen.

Und hier die „fünf Dinge, die Sterbende bereuen“ (frei übersetzt):

1. Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mein eigenes Leben zu leben und nicht das, das andere von mir erwarteten.

Diese Aussage steht ganz oben, denn sie war den meisten Sterbenden gemein. So viele Träume blieben unerfüllt. Erst kurz vor dem Tod erkannten die Menschen, dass sie selbst es in der Hand gehabt hatten, welchen Weg sie einschlugen.

2. Ich wollte, ich hätte nicht so hart gearbeitet.

Diese Aussage, so Ware, kam von jedem männlichen Patienten, den sie gepflegt hat. Vor allem die Zeit mit den Kindern und der Partnerin hatten sie am Ende vermisst. Stattdessen fanden sie sich die meiste Zeit in den Tretmühlen ihrer beruflichen Existenz wieder.

Nun kommt ein Satz, den ich gerne erst einmal so stehen lassen möchte: „By simplifying your lifestyle and making conscious choices along the way, it is possible to not need the income that you think you do“, rät die Australierin. Sinngemäß heißt das: Wenn wir unseren Lebensstil vereinfachen und bewusste Entscheidungen treffen, brauchen wir nicht das Einkommen, von dem wir glauben, dass wir es brauchen.

3. Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meine Gefühle auszudrücken.

Dieses Thema hatten wir bei Ganz einfach Dunja schon des Öfteren. Es erleichtert nicht nur die Kommunikation, sondern auch unser Leben selbst, wenn wir zu unseren Gefühlen stehen und das auch sagen! Viele Menschen unterdrückten ihre Gefühle, um mit anderen in Frieden leben zu können, schreibt Ware. Unterdrückter Hass oder Bitterkeit hemmten nicht nur die Entwicklung, sondern führten auch zu Krankheiten. Reaktionen unserer Mitmenschen könnten wir nicht kontrollieren. Wenn wir aber anders miteinander redeten, könnten wir nur gewinnen. Unsere Beziehungen würden auf einer ganz neuen und gesünderen Ebene stattfinden.

Hier muss ich ihr zustimmen. Menschen reagieren anders, wenn wir ehrlich und authentisch mit ihnen sprechen. Auch die, von denen wir es niemals erwartet hätten.

4. Ich wünschte, ich wäre in Kontakt mit meinen Freunden geblieben

Jeder, so Bronnie Ware, vermisst seine Freunde, wenn er stirbt. Die Menschen bereuten es tief, dass sie nicht die angemessene Zeit und Mühe für ihre Freundschaften aufgebracht hätten. Oft hätten die Sterbenden erst in den letzten Wochen realisiert, wie viel ihnen alte Freunde bedeuteten. Weder Geld noch Status seien am Ende wichtig. „That is all that remains in the final weeks, love and relationships“, ist bei Ware zu lesen. Ich lasse das mal so stehen.

5. Ich wünschte, ich hätte mir selbst mehr Freude zugestanden.

Dies sei eine überraschende Übereinstimmung bei ihren Patienten gewesen, so Ware. Viele hätten bis zum Ende nicht bemerkt, dass sie sich bewusst für Glück oder Freude hätten entscheiden können.

Einfach mal herzhaft lachen, das Leben genießen, sich treiben lassen – auch darüber gab es hier schon einiges zu lesen.

So können wir froh sein, diese Impulse zu erhalten. Was wir letztlich daraus machen, liegt in unserer Hand. Um es mit den Worten von Bronnie Ware zu sagen:

„Life is a choice. It is YOUR life. Choose consciously, choose wisely, choose honestly. Choose happiness.“


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Ganz einfach Dunja

Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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