20.01.2016

Was uns Winterpannen mit dem Auto lehren können


Vor rund 20 Jahren gab es noch keine Winterreifenpflicht für PKW. Ich erinnere mich noch gut an eine Fahrt bei Schnee auf der dreispurigen Autobahn: Es ging berghoch. Auf der linken Spur hing ein Auto im Schnee fest. Auf der rechten lag ein LKW, die Standspur war ebenfalls besetzt. Die einzige Lücke gab es auf der Mittelspur. Darauf schlitterten wir unter Vollgas schlangenlinienförmig zu – mit Sommerreifen.

Viel mehr muss ich dazu gar nicht erzählen. Wir hatten ein Riesenglück, an diesem Tag unversehrt nach Hause gekommen zu sein! Wir waren jung und risikofreudig. Heute ist das freilich etwas anders. Ich kümmere mich darum, rechtzeitig meine Winterreifen aufzuziehen und verhalte mich weitestgehend rücksichtsvoll im Straßenverkehr.

Heute habe ich eine Geschichte gehört, die mich zum Nachdenken angeregt hat:

Kurz vor einem Winter-Wochenendtrip geht einer Familie ein Autoreifen kaputt. Sie wird vor die Wahl gestellt: Nur zwei Reifen austauschen oder gleich alle vier? Sie entscheidet sich für vier. Beim Wochenendausflug schneit es so sehr, dass sie dank ihrer tiefen Reifenprofile gut durchkommen. War das Glück? Schicksal? Fügung? Ohne den Besuch in der Werkstatt hätte sich die Familie vermutlich keine Gedanken um die Schneetauglichkeit der Reifen gemacht.

Mir ist es vor kurzem nicht viel anders ergangen. Mir war klar, dass meine Autobatterie nicht mehr so funktioniert, wie sie sollte. Doch es schien nicht ausschließlich ein Batteriefehler zu sein. Das Auto war in der Werkstatt, dort konnten sie nichts Konkretes finden. Schon bei Temperaturen um 10 Grad Celsius startete mein Wagen eher schlecht als recht. Im Hinterkopf hielt ich fest: Die Batterie wird dem Winter nicht gewachsen sein. Ich sollte sie austauschen lassen. Ich tat es aber nicht, weil ich keine großen Fahrten vor mir hatte. Sollte der Wagen morgens nicht anspringen: Die Werkstatt ist gleich bei mir ums Eck.

Einige Tage nach diesen Erkenntnissen sprang mein Auto nicht mehr an. Ich hatte gerade meine Tochter weggebracht und stand vor einem Wohnhaus. Es war verhältnismäßig warm – und während ich auf den ADAC wartete, bekam ich drinnen Kaffee und Kuchen. Eigentlich wollte ich eine Freundin besuchen, was ich danach mit zeitlicher Verzögerung auch tat. Ich hatte also Glück. Ich war nicht bei Minus 3 Grad Celsius fernab der Zivilisation liegengeblieben. Ich hatte es auch nicht eilig, zu einem wichtigen Termin zu kommen. Alles war gut so wie es war.

Alle drei Ereignisse haben eins gemeinsam: Der „Worst Case“ war ausgeblieben! Warum das so ist, wage ich zwar zu fragen, aber nicht zu beantworten. Ich weiß nur: Wir können sehr oft dankbar sein für das, was uns im Leben widerfährt – auch wenn es im ersten Moment unpassend oder negativ erscheint!


zum nächsten Artikel
zum vorherigen Artikel

simplify your life

Holen Sie sich mit dem gedruckten Beratungsbrief "simplify your life" jetzt das echte simplify-Erlebnis. Hier die aktuelle Ausgabe und GRATIS-CD sichern.

Ganz einfach Dunja

Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

Gratis E-Mail Newsletter

Gratis Download:

Best of simplify Gratis-Download

Jetzt für kostenlosen Newsletter eintragen und Sofort-Download sichern. 100% Gratis!