05.11.2013

Weihnachten naht


Am Wochenende stand ich bei Wind und Regen mit einer großen Einkaufstüte in der Fußgängerzone und wartete. Es wurde recht ungemütlich, ich fröstelte bereits. Als sich der Himmel auftat und die Sonne ein kleines Dreieck auf der Gasse vor mir ausleuchtete, stellte ich mich darauf – und wartete noch immer. Meine Tochter hatte mich mit den Worten „Geh’ du mal raus, Mama, wir müssen noch ein Geschenk für dich finden“ aus dem Laden geschoben, in dem ich gerade – für Weihnachten versteht sich – eingekauft hatte.

Es passiert irgendwie fast wie selbstverständlich, als würden wir Jahr für Jahr auf ein Laufband steigen, das verschiedene Weihnachtsstationen abfährt. Eingestiegen bin ich in diesem Jahr – wie auch sonst immer – bei den Lebkuchen im Supermarkt. Das sind die Vorboten, die mir anzeigen, dass ich mich auf dem Weihnachtslaufband befinde. Meine nächste Station, an der ich vorbeifahre, sind die Weihnachtskarten, die ich für Kunden texte. Eine Ausnahme in diesem Jahr: Ich habe die Station „Eigene Weihnachtskarten“ nicht wie üblich übersehen, sondern brav abgehandelt und schon sehr früh meine Karten anfertigen lassen.

Dann fahre ich auf meinem Laufband an den vielen Katalogen vorbei, die mir ins Haus flattern, weil ich einmal irgendwo etwas bestellt habe. Meine Tochter blättert darin und wünscht sich fast alles, was in der Kategorie „Spielzeuge für Kinder ab 5 Jahren“ zu sehen ist. Erste Formen des Wunschzettels entstehen.

Im Kindergottesdienst gibt es eine erste Information über das geplante Krippenspiel. Eltern mögen den Betreuerinnen mitteilen, ob ihr Kind mitspielen und eine Sprechrolle übernehmen möchte.

Mit größerem Abstand zu meiner Automatikspur passiere ich dann das Vorhaben „Geheimnis: Wir kaufen Mama ein Weihnachtsgeschenk!“ Davon darf ich ja offiziell nichts mitbekommen. Doch wenn ich kurzerhand aus dem Laden befördert werde, lässt sich dieses Vorhaben nicht mehr einfach übersehen oder überhören.

Wenn jetzt die anderen schon etwas haben – dann muss ich weiter zur nächsten Station auf dem Laufband: Hier kümmere ich mich nun um Weihnachtsgeschenke für die Liebsten und für alle anderen, die etwas bekommen sollen. Glücklicherweise schreibe ich immer wieder Ideen in meinen Notizkalender. Wenn ich es recht bedenke, ist somit der Einstieg aufs Laufband doch schon früher als der Lebkuchenverkaufsstart!?

Wie ihr seht, bin ich runde 5 Wochen vor Heiligabend schon voll auf der Zielgeraden. Durch die vielen Stationen inzwischen auch richtig eingestimmt. Nun kann man vom Schenken und von dem ganzen Wind um Weihnachten halten, was man will: Ich finde diese Zeit irgendwie schön. Sie bereitet mich nicht nur auf Weihnachten, sondern allgemein auf den Winter vor. Nur wenn es im Dezember immer mehr Stationen gibt und das Laufband drei Stufen schneller umläuft als bisher, wird’s ungemütlich. Doch das liegt ganz bei mir, würde ich sagen. Solange ich noch gemütlich vor mich hinfahre, kann ich die eine oder andere Station bewusst wahr- und mitnehmen. Was erledigt ist, ist aus dem Kopf!


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Ganz einfach Dunja

Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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