14.06.2011

Wenn achte eine Reise tun


Als ich neulich in den Archiven von simplify your life stöberte, stieß ich auf einen Beitrag mit dem Titel „Die 7 größten Fehler im Familienurlaub“. Fehler Nr. 4 lautet: Du machst das schon. Darunter steht: Alptraum jedes Familienvaters: Ein Hotelzimmer mit schlechten Betten, direkt zwischen Hauptstraße und Disco, weit entfernt vom Strand, der zurzeit algenverseucht ist, und dazu der Chor der Familie: „Was hast du dir denn da andrehen lassen!" Die gute Tat, sich mit dem Reisebüro herumgeärgert zu haben, wird so zum Fluch.

Als Lösung schlägt Werner Tiki Küstenmacher vor: Treffen Sie keine einsamen Entscheidungen. Beziehen Sie alle Urlaubsteilnehmer von Anfang an in die Planung mit ein. Wie Recht er hat! Ich habe das selbst einmal erlebt, als wir mit mehreren Jugendlichen gemeinsam nach Südfrankreich reisen wollten. Die meisten von uns waren knapp über 18 Jahre alt und hatten demnach noch nicht so viel Erfahrung mit dem Autofahren.

Deshalb gab es eine Untergruppe, die unbedingt mit dem Zug anreisen wollte. Eine andere Gruppe favorisierte einen Leihwagen. Unser Ferienhäuschen stand schon fest. Irgendwo an einer Atlantikbucht im Südwesten Frankreichs. Ich erinnere mich an endlose und heftige Diskussionen darüber, ob wir nun mit dem Zug oder mit dem Auto fahren. Warum wir denn ein Auto bräuchten, wenn wir direkt an einer Bucht wohnten, fragten sich die Pro-Zug-Leute. Dass wir mit Auto viel unabhängiger seien, meinten die anderen.

Irgendwann hatten wir eine Lösung: Wir organisierten uns einen Leihwagen, was sich sehr schwierig gestaltete, da wir alle noch so jung waren. Nach mehrstündiger Fahrt kamen wir schließlich in unserer Urlaubsstadt an. Nachdem wir einen ersten Hausputz hinter uns gebracht und ein paar Kakerlaken unter den Schränken hervorgekehrt hatten, entschlossen wir uns, den Strand zu erkunden. Der schien aber ziemlich weit weg von unserem Ferienhaus. Zu weit, um zu laufen. Also stiegen wir ins Auto.

Am Ziel angekommen, sahen wir in unserer Bucht Sand soweit das Auge reichte. Wasser war keins da. „Ja, wo ist es denn?“, fragten sich acht deutsche End-Teenager. Tja, wir hatten Ebbe. Kein Mensch hielt sich am Strand auf. Es war ja auch kein Wasser da. Am nächsten Tag zu einer anderen Uhrzeit: wieder Ebbe. So verabschiedeten wir uns ziemlich schnell von unserer tollen Bucht und fuhren fortan täglich 30 Kilometer bis zum Atlantikstrand mit Wasser und Menschen.

Fazit: Hätten die Untergruppe „Pro Zug“ über alle Köpfe hinweg entschieden, wären wir mit dem Zug zum Urlaubsziel gereist und sicher schon ab Tag 1 total zerstritten gewesen. Die Diskussionen und das Abwägen in der Gruppe haben sich also gelohnt. Ein bisschen Anfänger-Glück war auch dabei ...


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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