04.10.2012

Wenn Paare über Geld streiten ..., können sie nichts dafür!


Gestern schrieb ich davon, dass Goethe seine Haushaltsbücher nach elterlichem Vorbild führte. Auch meine Großmutter notierte stets ihre Ein- und Ausgaben in karierten Heftchen oder Kalendern. Sie stammte aus einer Kaufmannsfamilie. So wundert es mich kaum, dass der Frankfurter Sozialpsychologe Prof. Dr. Dr. Rolf Haubl, ebenfalls im Wissenschaftsmagazin „Forschung Frankfurt“, über den Geldstil von Männern und Frauen sagt: Dieser wird in ihrer lebensgeschichtlichen Vergangenheit vorbereitet. „In dieser Zeit kommt es zu Identifikationen und Gegenidentifikationen mit den Geldbotschaften, die ihnen ihre Eltern und andere signifikante Bezugspersonen vermittelt haben.“

Ehe-Partner setzen sich unbewusst mit den Geld-Konflikten in ihren Herkunftsfamilien auseinander. Das macht die Beziehung bei Geldstreitigkeiten nicht gerade einfacher ... „Geldkonflikte beruhen dabei nicht einfach auf Missverständnissen, die leicht auszuräumen wären. Denn es handelt sich nicht um bloße Gedankenlosigkeit, die zu Konflikten führt, sondern um Identitätsprobleme, die oft nur schwer in Worte zu fassen und noch schwerer dem Partner verständlich zu machen sind. Aufgrund dieser Kommunikationsschwierigkeiten neigen Paare nicht selten dazu, das Thema früher oder später zu tabuisieren“, so Haubl.

Das klingt irgendwie erleichternd. Auf der anderen Seite fordert dieser Umstand uns auf, uns mit der Wurzel unseres Geldstils bewusst auseinanderzusetzen. Das kann spannend werden, wie ich im Freundeskreis schon an der einen oder anderen Stelle erleben durfte! In Haubls Beitrag in „Forschung Frankfurt“ gibt es übrigens auch ein Beispiel zu einem Paarkonflikt, ausgelöst durch gänzlich verschiedene Geldstile.

Haubl betont, dass wir nur dann „monetär kompetent“ seien, „wenn wir um unsere Wünsche und Ängste wissen. Diese verbinden sich lebensgeschichtlich mit Geld als einem Medium, das (...) hinterrücks alle unsere Beziehungen strukturiert.“ Er hält die monetäre Kompetenz für eine der wichtigsten Kulturtechniken, die bereits in der Kindheit entwickelt werden müsse. „Wir sollten nicht nur früh lernen, was wir mit Geld machen, sondern auch was Geld mit uns macht.“

Tja, und wie machen wir das? Wir können ja mal bei uns selbst beginnen, uns fragen: „Was macht Geld mit mir?“ Ich bin sicher, dass es darauf sehr interessante Antworten gibt! Ich erinnere nur an den Beitrag vom Samstag „Das Geld ist beleidigt“ ...


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