17.10.2014

Wenn Sachen einfach nicht entrümpelt werden wollen


simplify ist Entrümpeln. Darin sind sich irgendwie alle einig, mit denen ich mich über meinen Job unterhalte. Doch woran erkennt man, ob man eine Sache wirklich schon losgelassen hat? Dazu habe ich eine kleine Geschichte: Eine Freundin erzählte mir seufzend von einem hochwertigen, ehemals teuren Kinderspielzeug, das nicht mehr in Gebrauch ist. Sie würde es gerne loswerden, hat aber keine Idee, wie sie das anstellen könnte. Sie will es nicht einfach so für soziale Zwecke verschenken. Sie will es auch niemandem schenken, der ein Kind hat, das das Spielzeug gebrauchen könnte. Denn Gebrauchtes verschenkt sie nicht gerne. Sie könnte es bei eBay verkaufen, hat dafür aber weder Muße noch Zeit.

Kurzum: Das Ding nervt, steht in ihrem Zuhause herum und lässt sich irgendwie nicht beseitigen. Ein Dilemma, das ich sehr gut kenne. Ich habe auch schon einiges ausprobiert, um „Hochwertiges“ nicht einfach so weggeben zu müssen. Man will, aber man kann nicht. Woran liegt das?

Mein Nachbar sagte gestern zu mir: „Daran, dass man noch nicht ganz losgelassen hat!“ Wir haben uns gerade bekannt gemacht, und so kam die Sprache auf simplify. Er erzählte mir von einem ehemaligen Kollegen, dessen Hilfe zum Entrümpeln wie folgt lautete:

Love it, need it oder drop it.

Also: Liebe es, (ge)brauche es oder werfe es weg.

Die Theorie dahinter: Wenn ich etwas weder liebe noch brauche, dann kann es weg. Und wenn es eben nicht weg kann, so der Umkehrschluss, dann hängt man vermutlich noch beim „Brauchen“ oder beim „Lieben“ fest. Man hat die Sache noch nicht losgelassen. Was liebt man also an einem Kinderspielzeug, dass man nicht mehr braucht, aber nicht weggeben kann? Das Geld, das dafür ausgegeben wurde? Die Erinnerungen an eine schöne Zeit? Die Nachhaltigkeit des Produktes?

Also, ich war nicht ganz so glücklich mit dieser Antwort, dass der Schritt des Loslassens noch nicht vollzogen sei. Natürlich stimmt das. Die Frage ist nur, warum? Man will es ja loswerden, das Spielzeug! Vermutlich fehlt noch eine Voraussetzung zwischen „need it“ und „drop it“. Doch welche? Oder liegt das Problem darin, dass „drop it“ so viele verschiedene Möglichkeiten zulässt? Vielleicht ist es eine Frage des Entscheidens!? Dazu fällt mir wieder der Münz-Trick ein: Münze hochwerfen, die über 2 Optionen entscheiden soll. Noch bevor sie aufgedeckt wird auf die innere Stimme hören, die sagt: "Hoffentlich ist nicht Kopf (oder Zahl) oben!"

Bei mir gibt es nicht mehr viele Optionen, die in Frage kommen für Sachen, die ich weder liebe noch brauche: an Freunde verschenken, an Freunde verkaufen oder im Sozialkaufhaus abgeben. Vielleicht noch auf dem Flohmarkt verkaufen, denn damit ist ein gewisser Lerneffekt für meine Tochter verbunden. Eine Freundin ging gestern jedenfalls mit einem großen Berg Kinderkleidung und einer Tüte mit Schuhen wieder nach Hause. Dankbar.


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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