01.01.2013

Wer bist du? Ein anderer oder du selbst?


„Nur du selbst zu sein in einer Welt, die immer - Tag und Nacht - ihr bestes versucht, dich zu jemand anderem zu machen, ist die härteste Schlacht, die ein Mensch kämpfen kann: höre nie auf zu kämpfen.“ Dieses Zitat des US-amerikanischen Lyrikers E. E. Cummings wartet schon länger in meinem E-Mail-Postfach darauf, in einem Blog-Beitrag untergebracht zu werden. Die Worte „Schlacht“ und „kämpfen“ wiegen schwer. Ich hätte vielleicht andere gewählt. Doch die Kernaussage trifft es gut: Es ist schwer, nur du selbst zu sein in einer Welt, die Tag und Nacht ihr Bestes gibt, um mich zu jemand anderem zu machen.

So ist es höchste Zeit und nie zu spät, die Verantwortung für einen selbst zu übernehmen. Ich finde, das ist ein guter Ausgangspunkt, um ins neue Jahr zu starten. Im vergangenen Jahr habe ich eine Ausbildung in der Methode ESPERE begonnen. Wenn ich anderen davon erzähle, fällt es mir immer schwer, den Inhalt der Ausbildung zu erklären. Zuerst nenne ich die Umschreibung „einfühlsame Kommunikation“. Doch das trifft es meiner Meinung nach nicht ganz. Deshalb nehme ich mir oft den Original-Buchtitel des Begründers dieser Kommunikationslehre, Jacques Salomé, zu Hilfe, der lautet: „Le courage d’être soi“ – zu deutsch: Mut, du selbst zu sein.

Auf diesen Weg habe ich mich gemacht, darum hat mich das Cummings-Zitat sofort angesprochen. Ich bin begeistert davon, immer mehr ich selbst zu sein und kann es jedem empfehlen!

Kurz vor Weihnachten wurde ich auf ein Buch aufmerksam, das ich mir selbst unter den Tannenbaum legte: „Coach dich selbst, sonst coacht dich keiner. 101 Tipps zur Verwirklichung Ihrer beruflichen und privaten Ziele“ von Talane Miedaner. Der erste Tipp, um glücklicher und erfolgreicher zu werden heißt: „Beseitigen Sie die Unannehmlichkeiten“. Als konkrete Aufgabe schlägt Miedaner vor, sich 60 bis 100 Dinge zu notieren, die man in seinem Leben einfach so duldet. Die vielen Kleinigkeiten genauso, wie große Dinge. Als Beispiele nennt sie Nägelkauen, überfüllte Ablagen, Chaos im Auto, den Mundgeruch des Partners, die Freundin, die permanent unangemeldet vor der Tür steht, ein fehlender Knopf usw.

Bei mir an der Garderobe hängt z. B. ein Blazer, den meine Freundin ausgemistet hat. Der Grund: „Da fehlt ein Knopf, und ich nähe den nie an, ich kann das gar nicht.“ Ich nahm das Teil bei einer Kleidertauschaktion mit und sagte: „Den nähe ich dir an, ist doch kein Problem.“ Noch heute, Monate später, hängt der Blazer mit fehlendem Knopf nun in meiner Wohnung ...

Die vielen Kleinigkeiten sind Ausdruck dafür, dass es viel schwerwiegendere Dinge in unserem Leben gibt, die wir einfach so hinnehmen, sagt Miedaner. Hinnehmen, das heißt für mich, nicht zu sich selbst zu stehen. Wenn ich dulde, dass meine Freundin unangemeldet über mich „verfügen“ kann, lasse ich zu, dass sie meine persönlichen Grenzen überschreitet. Auch ein Zwang (das Nägelkauen) oder eine Sucht (zu viel Kaffee trinken) verdecken nur, was ich nicht sehen will oder zum augenblicklichen Zeitpunkt nicht sehen kann.

Es erfordert tatsächlich Mut, die schwerwiegenden Dinge nicht mehr länger zu tolerieren und man selbst zu sein. Die gute Nachricht: Es funktioniert in kleinen Schritten. Miedaner empfiehlt z. B. mit den Punkten auf der Liste anzufangen, die leichter zu verändern sind. Ihrer Erfahrung nach kann es bei manchen Unannehmlichkeiten sogar ausreichen, sie auf eine Liste zu schreiben, damit wir sie abschaffen können.

In diesem Sinne: Seid ruhig mutig!


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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