05.06.2012

Wer hat diese Feiertage erfunden?


Es gibt Momente im Leben, da sackt man energiemäßig ganz in sich zusammen. Kennt ihr das? Im einen Augenblick ist man voller Motivation, Arbeits- oder Lebensfreude und im anderen ist urplötzlich die Luft draußen. So ging es mir gestern, als ich eine E-Mail von einer Kollegin las. „Ich wünsche dir eine schöne Feiertagswoche“, schrieb sie mir. Und schwups sank mein Energielevel bis kurz vor Null.

Gerade eben war ich motiviert in die neue Arbeitswoche gestartet. Die Tage davor waren mehr oder weniger Zwangsurlaub, die ich tatsächlich zum Durchatmen genutzt habe. Zwangsurlaub deshalb, weil auf den Pfingstmontag noch ein paar freie Kindergartentage folgten und an Arbeiten ohnehin kaum zu denken war. Nun, am Montag, lag eine ganze Woche vor mir. Mein Ziel: meinen alten Rhythmus wiederzufinden. Und dann das: Schon wieder ein Feiertag! Den hatte ich total verdrängt.

Jahr für Jahr stelle ich mir diese Frage, nicht erst seit ich Freiberuflerin bin: Wer hat eigentlich diese Feiertage erfunden? Die Frage ist natürlich eine Luftnummer, denn Antworten gibt es darauf genug. Doch klar komme ich mit den vielen Feiertagen im Frühjahr trotzdem nicht. Schon gar nicht als Mutter. Ich könnte arbeiten, ich wollte arbeiten, aber der Kindergarten hat zu. Kaum bin ich nach Ostern wieder im Fluss, schon steht der nächste Feiertag an – mit Brückentag für den Kindergarten. Schon wieder zwei Tage, die wegfallen! Da würde auch kein Betreuungsgeld helfen – die Arbeit häuft sich an. Und in der nächsten Woche muss ich schneller rennen, damit ich das eigentliche Tempo irgendwann wieder einstellen kann.

Als ich noch ohne Kind war, achtete ich immer auf das, was andere Eltern mir erzählten. „Wir gehen erst im September in Urlaub. Da sind die großen Ferien vorbei. Ist viel günstiger!“ Bisher konnte ich das noch nicht nachmachen. Die „großen“ Kindergartenferien sind immer dann, wenn auch die „großen“ Schulferien sind. Die Feiertage sind auch dort, wo die Schule frei hat. Wollte ich darüber hinaus noch zu einer anderen Zeit in Urlaub fahren: Ja, wann würde ich denn dann zum Arbeiten kommen!? Ich bin schon mal gespannt aufs erste Schuljahr! Sechs Wochen am Stück schulfrei! Mensch, wie haben das unsere Eltern denn gelöst?

Normalerweise liegt es mir ja fern, mit dem Finger auf irgendwelche Umstände zu zeigen. Aber in diesem Fall, ich stehe dazu, tue ich es!


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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