30.10.2013

Wer will schon kein Happy End!?


„Dein Leben interessiert doch keinen!“, sagte einmal ein Freund zu mir. Ich hatte ihm gerade ganz enthusiastisch davon erzählt, dass ich ein Buch über das schreiben wollte, was ich bereits in jungen Jahren erlebt hatte. Als ich gestern zum zweiten Frühstück am Küchentisch saß, dachte ich darüber nach, wie es wäre, die Lebensgeschichte eines Bekannten in einem Buch festzuhalten. Ich bin mir sicher: Die ist interessant! In meiner Vision wurde aus dem Buch sofort ein Kino-Film mit Happy End.

Doch das passte irgendwie nicht für mich. Ich stellte mir den Protagonisten vor, mit seinen Ecken und Kanten. Natürlich ist ein Happy End schön. Doch ich weiß, dass eine Menge Arbeit dahinter steckt! Also rein menschlich betrachtet, nicht filmtechnisch. Doch viele scheuen diese Arbeit, geben zu früh auf oder lehnen sie gar strikt ab. „Es will niemand sehen, dass es im echten Leben oft anstrengend ist, zu einem Happy End zu kommen“, sagte ich zu mir.

Das habe ich schon als Jugendliche nie verstanden. In Filmen ist immer alles so einfach. Frauen ziehen nach einem Flugzeugabsturz wochenlang ohne Kulturbeutel munter durch den Dschungel – in meiner Frauenwelt geht das nicht so ohne Weiteres! So stellte ich dann gestern fest: Das wahre Leben ist anders als in Film und Fernsehen. Okay, das ist keine Neuigkeit. Aber es brachte mich einen Gedanken weiter: zu den Bollywood-Filmen. Als diese vor einigen Jahren wöchentlich im Fernsehen ausgestrahlt wurden, habe ich drei, vier davon gesehen.

Dabei machte ich eine für mich interessante Entdeckung: Die Filme enden nicht beim Happy End! Nehmen wir mal an, es geht um einen Mann und eine Frau, die sich lieben. Dann dauert es etwa eine Spielfilmlänge, bis sie sich tatsächlich gefunden oder zueinander bekannt haben. Sie heiraten. Alles ist schön. Hollywood hätte an dieser Stelle vermutlich den Film enden lassen. Bollywood fängt jetzt erst richtig an: Es folgen Schicksalsschläge, die bösen Schwiegereltern oder sonstige alltägliche Probleme, wie wir sie als normale Menschen auch erleben (könnten).

Mir als Happy-End-kritischer Zuschauerin hat das zugesagt. Es bildet etwas mehr vom echten Leben ab, wenngleich insgesamt doch alles geschönt ist. Bevor ich diesen Beitrag zu schreiben begann, las ich kurz den Wikipedia-Eintrag zu Bollywood. Dort steht, der Ideal-Film beinhalte die traditionell überlieferten Bestandteile indischer Kunst: Liebe, Heldentum, Ekel, Komik, Schrecken, Wundersames, Wut, Pathos und Friedvolles. Vielleicht führt diese Liste dazu, dass die Filme so sind wie ich sie wahrgenommen habe!?


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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