23.04.2014

Wie uns falscher Stress durcheinander bringt


Dieses Erlebnis hat mich nachhaltig beeindruckt: Bei einer Fortbildung führte unsere Ausbilderin Rollenspiele durch, in denen sie jedes Mal unter starkem emotionalem Stress stand. Obwohl sie das nur spielte, löste das bei vielen Teilnehmern ebenfalls Stress aus. Sie gingen in Resonanz damit, fühlten sich an eigene ähnliche Situationen erinnert. Einigen wenigen ging es damit regelrecht schlecht.

Mir machte es gar nichts aus, weshalb ich Zeit hatte, das Ganze als Beobachterin wahrzunehmen. Für mich war es erstaunlich, dass gespielte Wut, Panik oder Verzweiflung uns Menschen so mitreißen kann! Nun haben Wissenschaftler in einem groß angelegten Kooperationsprojekt zwischen dem Leipziger Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften und der Technischen Universität Dresden herausgefunden, dass Stress tatsächlich ansteckend ist. Es kann ausreichen, eine andere Person in einer stressigen Situation zu beobachten, damit der eigene Körper das Stresshormon Kortisol ausschüttet.

Empathischer Stress trat besonders häufig auf, wenn Beobachter in einer Paarbeziehung zu der gestressten Person standen und das Geschehen direkt über eine Glasscheibe verfolgen konnten. Aber auch wenn fremde Personen lediglich auf einem Bildschirm zu sehen waren, versetzte das einige Menschen in Alarmbereitschaft.

Selbst wer ein relativ entspanntes Leben führt, kommt ständig mit gestressten Personen in Berührung. Ob bei der Arbeit oder im Fernsehen: Irgendwer hat immer gerade Stress, und dieser kann auf die Umwelt abfärben. Nicht nur gefühlt, sondern auch körperlich messbar als erhöhte Konzentration des Stresshormons Kortisol.

In unserer von Stress geprägten Gesellschaft ist dieser empathisch vermittelte Stress ein nicht zu vernachlässigender Faktor für das Gesundheitswesen.?? Denn Stress ist heutzutage einer der wichtigsten Krankheitsauslöser. Er verursacht verschiedene psychische Probleme wie Burn-out, Depression oder Angstzustände. Von potenziell schädlichen Konsequenzen empathischen Stresses sind besonders Menschen in Helferberufen oder Angehörige dauergestresster Personen betroffen. Wer ständig direkt mit dem Leid und Stress anderer konfrontiert wird, der hat ein erhöhtes Risiko auch selbst darunter zu leiden.??

Mit einem anderen Vorurteil räumen die Ergebnisse der Studie hingegen auf: Männer und Frauen reagierten gleich häufig mit empathischem Stress!

Und was hilft nun gegen Ansteckung? Hygienemaßnahmen! Den Stress möglichst beim anderen lassen. Im Notfall für sich selbst sorgen und sich zurückziehen. Was Fernsehsendungen betrifft, die regelmäßig Stress auslösen: von der Liste streichen!


zum nächsten Artikel
zum vorherigen Artikel

simplify your life

Holen Sie sich mit dem gedruckten Beratungsbrief "simplify your life" jetzt das echte simplify-Erlebnis. Hier die aktuelle Ausgabe und GRATIS-CD sichern.

Ganz einfach Dunja

Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

Gratis E-Mail Newsletter

Gratis Download:

Best of simplify Gratis-Download

Jetzt für kostenlosen Newsletter eintragen und Sofort-Download sichern. 100% Gratis!