26.01.2012

Wie viele Minuten hat eine Stunde? Gaaaanz viele!


Den ganzen Tag beschäftigte mich diese eine Frage: Wovon handelt mein nächster Blog-Beitrag? Ich hatte heute so viel zu erledigen, dass ich leider nicht dazu kam, mich länger damit zu befassen, geschweige denn etwas zu schreiben. Also verschob ich es auf den Abend und hoffte, dass mir noch etwas Gutes einfallen würde.

Da hatte ich wohl einen guten Riecher (oder womöglich schon eine Bestellung beim Universum aufgegeben, ohne es zu merken?)! Mir ist zwar immer noch nichts eingefallen, aber ich habe etwas erlebt. Viel besser!

Meine Lage begann sich gegen 16 Uhr zuzuspitzen: Um 17 Uhr wollte ich auf einer Vernissage sein. Vorher musste ich noch 15 Kilometer in die Stadt fahren, Korrekturen bei einer Kollegin in der Stadtmitte einsammeln, einen bestellten Druckauftrag im Osten der Stadt abholen und den Parkplatz des Veranstaltungsortes zielstrebig anfahren.

Hier noch ein kleiner Einwurf zum Thema Zielstrebigkeit: Seit Weihnachten bin ich Besitzerin eines Navigationssystems, das mich seither schon viele Male in die Irre geleitet hat. Es kennt mein Ziel, ich auch, und darum pfuschen wir uns immer gegenseitig ins Handwerk – besonders dann, wenn ich nur glaube mein Ziel zu kennen ...

Ich gebe also heute um 16 Uhr die Adresse meiner Kollegin ins Navi ein und fahre los. Ankunft ist für 16:24 Uhr angekündigt. Dann blieben mir abzüglich 5 Minuten Smalltalk und Hin- und Herlaufen noch 30 Minuten, um in den anderen Teil der Stadt zu kommen und mein Zeug zu erledigen. Wie gut, dass ich meinen Druckauftrag und mein Abholen am Morgen telefonisch und zusätzlich per E-Mail schon angekündigt habe!

Das Navi kennt die vielen Großbaustellen in der Stadt nicht. Ha! Aber ich! Zum Glück weiß ich ungefähr, in welcher Ecke meine Kollegin wohnt, sonst wäre ich vermutlich erst um 16:55 bei ihr angekommen. Sogar einen Parkplatz finde ich vor der Haustür, hechte drei Stockwerke hoch, sage kurz „Hallo“, nehme die Korrekturen und bin auch schon wieder draußen. Vorsichtshalber gebe ich die Straße der Schnelldruckerei gleich ins Navi ein – man weiß ja nie, ob man wirklich alles weiß! Auch hierhin finden wir zwei zielsicher. Ein Parkplatz ist vor der Tür frei. Welch ein Glück!

Ich betrete den Laden um 16:43 Uhr, warte geduldig, bis der Chef für mich Zeit hat und sage: „Hallo! Ich bin hier, um meine Preislisten abzuholen.“ „Ach herrje!“, sagt er. „Die habe ich vergessen!“ Fünf Minuten vergehen, in denen er etwas (!) schneller als sonst umherwuselt. Ich: „Kann ich bitte schon die Rechnung haben und bezahlen? Ich habe es nämlich eilig!“ „Entschuldigung, Entschuldigung, das tut mir wirklich leid!“ Ich schaue auf die Uhr und sage: „Um fünf Uhr muss ich auf einer Veranstaltung im Casino sein. Vielleicht können Sie mir ja sagen, wie ich am schnellsten dort hinkomme?“ Eine berechtigte Frage, denn kurz vorher sah ich noch, dass das Casino ebenfalls bei ihm drucken lässt.

So stehe ich dann da, weiß den Weg, habe alles bezahlt, aber der Drucker druckt und druckt und druckt und druckt. Ich weiß ja, was danach kommt: das Zuschneiden. Das kostet wieder zwei Minuten! Ich schaue dauernd auf die große Wanduhr und werde wirklich langsam unruhig, denke: „Jetzt hat alles so toll geklappt – und nun das!“

4 Minuten vor 17 Uhr verlasse ich den Laden. Da sieht man mal wieder, wie wenig man manchmal dafür kann. Ich hatte alles genau geplant und es hätte alles genau gepasst, wenn nicht ... ! Es hilft ja nichts, ich muss es annehmen. Also fahre ich – diesmal ohne Navi – in Richtung Casino. Dazu befinde ich mich auf einer Einbahnstraße, an deren Ende ich an der Ampel links abbiegen muss. Vor mir fährt ein Kleinwagen, an den Parkbuchten links und rechts immer etwas zögerlich. „Ob der einen Parkplatz sucht?“, frage ich mich. Aber irgendwie nimmt er keinen. Dann springt die Ampel vorne von rot auf grün um, ich fahre gerade darauf zu, und JETZT entscheidet sich mein Vordermann, rückwärts in eine Parklücke einzuparken! Einbahnstraße, es gibt nur eine Fahrspur, der Vordermann ist lahm – und meine Ampel wird dunkelgelb als ich auf sie zufahre. Stopp! Dann halte ich eben an! Das ist der Moment, in dem ich mal kurz ausraste. Mein Schaltknüppel kriegt eins auf den Kopf und ich lasse einen lauten Brüller los. Ist denn das zu fassen? Ich hätte soooo pünktlich sein können!

16:58 Uhr. Zwei rote Ampeln liegen noch vor mir. Ich sehe gerade, wie ein Auto vor dem Casino ausparkt. Schon wieder habe ich einen Parkplatz direkt vor der Tür (als hätte ich für heute welche bestellt). Endlich bin ich da, jetzt kann nichts mehr schiefgehen! „Wir sind hier, um den Stress des Alltags für kurze Zeit hinter uns zu lassen“, sagt die Dame in ihrer Einführungsrede. „Wie wahr!“, denke ich.

Was lerne ich daraus? Ich kann noch so gut alles planen und organisieren, es gibt immer ein paar Unbekannte. Da hilft nur eins: Humor!


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Ganz einfach Dunja

Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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