08.03.2013

Wilde Schlagzeilen, schöne Frauen und ernste Gespräche


Es war mal wieder an der Zeit: Ich musste zum Frisör. Geneigte Leserinnen und Leser wissen, was ich beim Frisör am liebsten lese: Men’s Health. Doch sicher wisst ihr auch noch – ich erinnere an meinen Blog-Beitrag über die eckigen Tassen -, dass mein Frisör umgezogen ist und sein Konzept geändert hat. Nun erfuhr ich auch, warum, aber dazu später mehr.

Jedenfalls gibt es keine Men’s Health mehr dort. Stattdessen packte mir die Frisörin eine Gala und Das goldene Blatt auf den Tisch. Was soll ich sagen: Ich habe nicht viel über Männer gelernt, aber ich kann mitreden: Kate und William erwarten Zwillinge, Boris und Babs wollen wieder heiraten, Stephanie zu Guttenberg lässt ihre Kinder zurück und ich bin bestens informiert, welche Prominente welches Kleid zur Oscar-Verleihung trug.

Info Nummer 1 hat sich schon wieder erledigt. Es wird nur ein Baby geben, keine zwei. Schade aber auch, hatte meine Frisör-Lektüre doch schon ein Kate-Double in allen Schwangerschaftsmonaten mit Zwillingsbauch und passender Kleidung abgebildet. Beim Nachforschen zu Boris und Babs erfahre ich nur, dass sie nicht mehr Becker heißen soll. Info Nummer 2 scheint auch nur wilde Spekulation zu sein. Und beim Reinlesen in den Bericht zu Frau von Guttenberg erfahre ich, dass sie ihr Amt als Präsidentin des Kinderschutzvereins Innocence in Danger niederlegt, weil sie in die USA zieht. Was lerne ich daraus? Glaube nie einer Schlagzeile in der Yellow-Press! Doch hey, sie hat erreicht, was sie sollte: Ich habe mich gewundert, weitergelesen oder bin der Sache nachgegangen.

Heute ist übrigens der internationale Frauentag. Wenn ich schon über die alten Kanäle nichts über die Männerwelt erfahren konnte, tun es auch die neuen: Die Online-Partnerbörse ElitePartner (www.ElitePartner.de) hat 470 Singlemänner gefragt, was ihnen am schönen Geschlecht besonders gefällt. Das Ergebnis: Männer lieben an Frauen vor allem ihren Sinn fürs Schöne und ihre Unergründlichkeit. Ha, wenn das mal keine Beschwerden nach sich zieht, im Sinne von „Ich versteh’ die Frauen einfach nicht!“ ...

Also, hier die Top 10:

Frauen sind wunderbar, weil...

1... sie den Sinn für das Schöne mitbringen (41%)

2... sie unergründliche Wesen für uns sind (36%)

3... sie uns das Gefühl von Zuhause geben (34%)

4... sie viel hübscher sind als Männer (31%)

5... sie gut riechen (30%)

6... sie kein Problem damit haben, über Gefühle zu reden (26%)

7... sie uns das Gefühl geben können, ein Held zu sein (25%)

8... wir bei ihnen auch mal die schwache Seite zeigen dürfen (23%)

9... sie einfach die besseren Zuhörer sind (20%)

10... sie besser kochen können (13%)

Besonders Platz 4 weckt mein Interesse. Wir sind hübscher als Männer? Wer sagt denn das? Beziehungsweise muss man das vergleichen?

Ansonsten lese ich einige Mängel heraus, die Mann eigentlich leicht abschaffen könnte: indem Mann selbst über Gefühle redet, auch mal seine schwache Seite zeigt oder so präsent ist, dass er einer Frau zuhören kann.

Dieses Mal habe ich es übrigens geschafft, fast unfallfrei aus einer eckigen Tasse Kaffee zu trinken. Selbst wenn ich mich verkleckert hätte: Diesmal saß ich schon mitsamt Umhang auf dem Frisörstuhl und meine Kleidung wäre verschont geblieben.

So, eine Antwort steht noch aus: Mein Frisör bot früher seine Dienstleistung nur ohne Termin an. Heute geht’s mit und ohne Termin. Der Grund ist ganz einfach: In den neuen Räumen ist mehr Platz. Wer mit Terminen arbeitet, braucht mehr Ausweichplätze. Wenn die Kundinnen und Kunden gerade mit Farbe oder Strähnchen zum Einwirken sitzen, kann die Frisörin in der Zwischenzeit einer anderen die Haare schneiden. Aus Platzmangel war das früher organisatorisch nicht zu bewältigen. Ich habe dazugelernt.

Darüber hinaus hatte ich noch ein weiteres interessantes Gespräch: Eine Frisörin aus dem Team ist schwanger. „Sie wird jetzt zwei Jahre weg sein“, sagte meine. „So lange?“, wunderte ich mich, weil ich viele Frauen kenne, die viel früher wieder ins Arbeitsleben zurückkehren. „Ja, klar! In unserem Beruf kannst du dir nichts anderes leisten. Da würdest du mehr Geld für die Kita bezahlen, als du verdienen kannst.“ Während diese Aussage noch wirkte, plapperte ich schon weiter: „Es könnte ja auch sein, dass der Mann zu Hause bleibt. Das gibt es ja immer häufiger.“ „Auch das ist mit unserem Verdienst nicht möglich“, sagte meine Frisörin und belächelte mich ein wenig.

Ja, manchmal sind die Dinge in der Realität, in der wir leben, doch nicht ganz so einfach ...


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Ganz einfach Dunja

Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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