25.11.2011

Will ich mir diesen Hut wirklich aufsetzen?


In einer der ersten simplify your life-Ausgaben gab es einen Beitrag zum 7-Hüte-System, in dem es um die verschiedenen Rollen geht, die wir im Alltag so einnehmen. Ich habe den Text irgendwann einmal gelesen bzw. überflogen. Weil das Symbol „Hut“ so leicht zu merken ist, schwang das Thema bei mir immer irgendwie mit. Dann, vor kurzem, erzählte mir wieder jemand von „Hüten“ – dieses Mal bezogen auf mich als Mutter, Hausfrau, Berufstätige usw.

Wie es der Zufall so wollte, hatte ich zu diesem Zeitpunkt gerade Schwierigkeiten in der Zusammenarbeit mit einer Freiberufler-Kollegin, die auch zugleich meine Freundin ist. Bis dahin hatte ich es vor mir hergeschoben, über mein ungutes Gefühl nachzudenken und zu reden. Ich hatte Angst, sie als Freundin und geschätzte Kollegin zu verlieren, wenn ich ihr sagen würde, was mir nicht passte. Doch die Lage spitzte sich immer mehr zu, ...

... bis ich dann den Hut der Hüte auffing: Dann war für mich mit einem Mal alles klar! Ich schaute mir die verschiedenen Rollen an, in denen ich meiner Freundin begegnete:

  1. Als Freundin: Diese Rolle ist für mich okay. Ich bin gerne ihre Freundin und Vertraute und möchte das auch weiterhin sein.
  2. Als Kollegin: Auch diese Rolle ist stimmig. Wir arbeiten zusammen, jeder übernimmt seinen Part. Das passt.
  3. Als Vermittlerin: In dieser Rolle fühle ich mich nicht wohl! Meine Freundin bat mich häufiger, zwischen ihr und einer anderen Kollegin zu vermitteln, weil die beiden „ein Problem“ miteinander hatten. Ich will jedoch nicht die Vermittlerin sein!

Als ich das so betrachtete, wurde mir bewusst, wo mein „ungutes Gefühl“ herkam. Und noch etwas sah ich: Wenn ich den Wunsch äußerte, künftig keine Vermittlerin mehr sein zu wollen, änderte sich für mich nichts an den Rollen „Freundin“ und „Kollegin“. Das war eine echte Erleichterung! So konnte ich mit meiner Freundin viel besser über das schwierige Thema zwischen uns reden. Meinen Vermittler-Posten bin ich jetzt übrigens los. Vor wenigen Tagen besuchte sie mich als „Freundin“. Sie hat also verstanden, worum es mir geht.

Als ich mit einer anderen Freiberuflerin unterwegs war, erzählte ich ihr von den Hüten. „Das ist toll!“, sagte sie zu mir. In Gedanken setzte sie sich wohl gerade ein paar Hüte auf ... „Mir geht es nämlich ähnlich mit einer Kundin“, sagte sie weiter. „Ich bin ihre Dienstleisterin, mittlerweile ihre Freundin und immer mehr auch ihre Geschäftspartnerin, die alle Höhen und Tiefen ihrer Kundenarbeit mitbekommt. So überträgt sich ihr Stress auf mich, ich fühle mich mitverantwortlich, aber ich habe doch auch meinen eigenen Job zu erledigen!“ Sie hat das ihrer Auftraggeberin schon gesagt, aber ohne Konsequenzen. „Es hilft vielleicht, wenn ich ihr das mit diesen Rollen veranschauliche.“

Ich jedenfalls bin gerade vernarrt in diese Hüte. Sie machen das Leben viel einfacher. Und wer den Beitrag von Lothar Seiwert liest, wird merken: Ihr Einsatzfeld ist nicht auf zwischenmenschliche Beziehungen beschränkt!


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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