10.10.2013

Wo ist die Indianerknolle?


Mittwoch, halb zehn in Baden: Mit einem freundlichen „Hallo“ erschrecke ich die Nachbarin, die gerade am hinteren Gartenzaun entlangläuft. Sie kann mich nicht sehen, denn ich kauere am Boden. Meine rechte Hand wühlt sich durch die Erde. Die Hühner haben bereits ein großes Loch vorgegraben. Nun war ich an der Reihe und zerre hervor, was ich zu fassen bekomme. Tobinambur-Knollen.

Grund für meine morgendliche Wühlaktion war eine Meldung über diese Nutzpflanze, von der ich schon einiges gehört hatte. Die Meldung hänge ich euch im Anschluss an meinen Beitrag. Der Ort, in dem ich wohne, ist bekannt für den Topinambur-Anbau und -Schnaps. Es gibt ein Topinambur-Blütenfest und eine Musikgruppe, die so heißt.

Ich konnte mir nie so richtig vorstellen, was Topinambur sein sollte. Ich hatte vorher noch nie davon gehört. Bei einem Bekannten kam die Wurzelknolle dann zufällig mal ins Gespräch, er ging in seinen Erdkeller und brachte eine Knolle mit, von der wir im Rohzustand etwas kosteten. Danach gab es einen Schluck Topinambur-Schnaps. Damit war das Geheimnis um die unbekannte Knolle gelüftet. Und ich vergaß Topinambur. Bis gestern.

Denn als ich die Meldung las und mir bei Wikipedia ein Bild dazu anschaute, dämmerte es mir: Diese Pflanze wächst in unserem Garten! Meine Tochter hatte mir am Samstag mehrere solcher Blüten für einen Herbststrauß gepflückt! Also schnappte ich mir eine Schüssel und suchte den Garten nach den gelben Blüten ab. Am Gartenzaun wurde ich dann fündig. Den Rest kennt ihr.

Heike Kreutz vom aid Infodienst hat das Wichtigste über „die edle Indianerknolle“ zusammengefasst:

Die Topinambur ist in der modernen Küche angekommen. Das kartoffelähnliche Wurzelgemüse wird für seinen edlen fein-nussigen Geschmack geschätzt. Die Knollen geben gehobelt und geraspelt frischen Salaten eine besondere Note. Dabei können sie mit Feldsalat, Chicorée, Schwarzwurzel, aber auch Äpfeln kombiniert werden. Ein Schuss Zitronensaft verhindert eine bräunliche Verfärbung an der Luft. Durch das Garen entsteht das typisch nussartige Aroma. Die Knolle schmeckt als Beilage zu Fisch und Fleisch, in Cremesuppen, in Soßen, im Wokgemüse, im Auflauf und als Püree.  

Bereits Anfang des 17. Jahrhunderts gelangte die nach einem Indianerstamm benannte Topinambur aus Nordamerika nach Europa und wurde als Gemüse und Viehfutter angebaut. Die Knolle wurde Mitte des 18. Jahrhunderts von der Kartoffel verdrängt. Heute gilt sie als Geheimtipp in der Küche.  

Topinambur (Helianthus tuberosus) ist eine bis zu zwei Meter hohe Staude. Sie ist mit der Sonnenblume verwandt und blüht ab September mit dottergelben Blütenkörbchen. An den unterirdischen Ausläufern bildet die Pflanze oft bizarr geformte, kartoffelgroße Knollen. Topinambur ist in gut sortierten Supermärkten und Bioläden erhältlich, lässt sich aber auch problemlos im eigenen Garten anpflanzen. Die anspruchslose Pflanze gedeiht auf fast jedem Boden. Das Wurzelgemüse kann von Herbst bis zum nächsten Frühjahr geerntet werden. Es empfiehlt sich, die Knollen im Boden zu belassen und erst bei Bedarf auszugraben. Die Knollen vermehren sich stark über Ableger, sodass man sich die Pflanzung im kommenden Jahr sparen kann.

Topinambur besteht zu rund 80 Prozent aus Wasser und enthält daher kaum Kalorien. Durch den hohen Ballaststoffgehalt ist sie aber sehr sättigend. Der enthaltene Ballaststoff Inulin wirkt sich kaum auf den Blutzuckerspiegel aus, sodass Topinambur auch gut für Diabetiker geeignet ist. Das Gemüse ist reich an wertvollen Vitaminen wie Provitamin A, B-Vitaminen und Vitamin C sowie Mineralstoffen wie Kalium, Kalzium und Eisen. Da die Knollen leicht verderblich sind, sollten sie rasch verarbeitet werden.

Bei mir ist die Ernte übrigens gleich in der geplanten Gemüsesuppe gelandet!


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