19.11.2011

Wo machst du dein Geschäft?


Heute ist Welttoilettentag. Initiiert hat ihn die Welttoilettenorganisation im Jahr 2001. Was irgendwie lustig klingt, hat einen ganz ernsten Hintergrund: Rund 2,6 Milliarden Menschen (das entspricht etwa 40 Prozent der Weltbevölkerung) leben mit unzureichenden hygienischen Sanitärbedingungen. Der Welttoilettentag spricht ein Tabuthema an und zeigt: Unsere Welt hat ein Problem mit „dem Geschäft“. Während mancherorts Toiletten ganz fehlen, sind andernorts die Zustände auf öffentlichen Toiletten haarsträubend. Beides hat Folgen für die Gesundheit der Menschen, die dort und damit leben müssen.

Eigentlich wollte ich an dieser Stelle die Geschichte der ersten öffentlichen Bedürfnisanstalt preisgeben. Ich hatte sie irgendwann einmal für simplify Wissen geschrieben. Nachdem ich aber geschlagene 40 Minuten danach gesucht habe – erfolglos –,  verweise ich auf diesen Beitrag zur Toilettenkultur beim Tagesspiegel ... Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie viel Zeit man darauf verwenden kann, Dinge zu finden, an die man sich erinnert, die aber offensichtlich fernab des persönlichen Ordnungssystems hausen. Ich weiß hundertprozentig, dass ich einmal darüber geschrieben habe. Ich habe sämtliche Datei-Such-Systeme genutzt. Fehlanzeige.

Stattdessen gibt es dann diesen Abschnitt hier, geschrieben von meiner simplify-Wissen-Kollegin Bettina Röttgers, ...:

Der Begriff „Toilette“ kommt aus Frankreich – das haben Sie bestimmt erkannt. Doch hatte das Wort zunächst eine ganz andere Bedeutung. Es ist die Verkleinerungsform von „toile“, dem „Gewebe“ oder „Tuch“. Das „Toilette“ war ein Tuch aus reinstem Leinen, in das Frauen tagsüber ihre Nachtkleider einschlugen. Später war es das Tuch, worauf sie ihr Waschzeug und ihre Bürsten legten. Erst im 19. Jahrhundert bezeichnete man so den verhüllten Waschraum mit Klosett. Übrigens: Ein deutsches Wort für das „Örtchen“ gibt es tatsächlich nicht. Der Begriff „Abort“ ist vom Lateinischen „abortus“, „Klosett“ bzw. „WC“ vom Englischen „watercloset“ abgeleitet.

... und diese Info über die Geräuschprinzessin (die doch tatsächlich ihre Existenz der Toilette verdankt), von mir geschrieben:

Eine Geräuschprinzessin (das ist die wörtliche Übersetzung des Markentitels OTOHIME) ist ein kleines Gerät, das auf Knopfdruck oder über einen Bewegungssensor Spül-Geräusche von sich gibt. Das gibt es sogar im Handtaschenformat zum Mitnehmen – für alle Fälle ... Zum Einsatz kommt die Geräuschprinzessin dann, wenn Japanerinnen z. B. auf öffentliche Toiletten gehen. Um zu verhindern, dass andere Leute ihre Geräusche beim Toilettengang hören, sorgen die Prinzessinnen für eine alles übertönende, künstliche Geräuschkulisse. Das Gerät simuliert eine echte Toilettenspülung.

Geräuschprinzessinnen sind in Japan keine Seltenheit, auch wenn man sie hierzulande nicht kennt. Es gibt sie dort schon seit den 1980er-Jahren. Mittlerweile sind sie Standard in öffentlichen Neubauten, werden aber auch von Firmen eingesetzt. Davor betätigten die Japanerinnen einfach (teilweise mehrfach) die Toilettenspülung, um ihre eigenen Geräusche zu übertönen. Doch damit ging eine Menge kostbares Wasser verloren. Folglich sind die Geräuschprinzessinnen wesentlich ökologischer.

Gemessen an der Tatsache, dass es für viele Menschen keinen abgeschlossenen Ort gibt, an dem sie ihr Geschäft verrichten können, ist die Geräuschentwicklung dabei ein echtes Luxusproblem ...


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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