19.01.2015

Woher hat der Schnee seine Farbe?


Für diese Woche haben die Meteorologen wieder Winter-Wetter vorausgesagt. Es soll kalt werden, und in den Höhenlagen ist mit Schneefall zu rechnen. Eine schöne Seite des Schnees ist für mich die Stille. Straßenlärm ist kaum zu hören. Und wenn, nur sehr gedämpft. Ebenfalls faszinierend ist das Lichtspiel: Wenn es Abend wird, erscheint die Welt um einen herum viel heller, weil der weiße Schnee das verbliebene Restlicht reflektiert.

Habt ihr euch schon mal gefragt, warum der Schnee eigentlich weiß ist, wo er doch aus Wasser besteht? Ich habe zu dieser Frage mal bei meiner Kollegin Bettina Röttgers in der Februar 2013-Ausgabe von simplify Wissen vorbeigeschaut. Dort hat sie folgende Erklärung für ihre Leser:

Schnee ist zwar gefrorenes Wasser – aber er besteht aus sehr vielen, winzig kleinen Eiskristallen, die das Licht in alle möglichen Richtungen lenken.

Deshalb verhält er sich eher wie Milchglas und nicht wie Fensterglas. Bei letzterem würde folgendes passieren:

Wenn wir durch eine klare Fensterscheibe einen Gegenstand sehen, dann muss alles Licht, das von einem Punkt des Gegenstandes ausgeht und in unser Auge fällt, auf unserer Netzhaut in einem Punkt wieder zusammenkommen. Damit das gelingt, darf die Fensterscheibe die Wege des Lichts vom Gegenstand zu unserem Auge nicht verändern. Klares Wasser verhält sich wie eine Fensterscheibe. Es ist durchsichtig, weil es das Licht weitgehend ungehindert passieren lässt. Das Licht wird weder absorbiert („verschluckt“) noch in andere Richtungen reflektiert oder gestreut (in seinem geraden Weg abgelenkt).

Bei Schnee ist das anders, weil in ihm Luft eingeschlossen ist:

Schnee ist vor allem deshalb nicht durchsichtig, weil er das Licht nicht ungehindert hindurch lässt, sondern in alle möglichen Richtungen reflektiert. Man stelle sich die Eiskristalle als lauter kleine Spiegel vor, die ungeordnet herumstehen. Diese Eigenschaft bewirkt, dass frischer Schnee im Sonnenlicht so schön glitzert: Die vielen winzigen Spiegelchen reflektieren das Sonnenlicht und lenken es in unsere Augen.

Auch ein Eisblock ist weniger durchsichtig als flüssiges Wasser. Denn im Eis ist Luft eingeschlossen. Je mehr Luft darin ist, desto trüber ist das Eis. Und an den Übergängen von Eis zu Luft und umgekehrt wird das Licht gebrochen – d. h., es bekommt einen Knick. Eis ist mit der Milchglasscheibe in einem Badezimmerfenster vergleichbar: Licht, das von einem Gegenstandspunkt ausgeht, wird durch diese hindurchgelassen – sonst wäre es im Bad ja dunkel. Aber das Licht streut hinter der Scheibe: Es schlägt viele Richtungen ein und kommt auf der Netzhaut Ihres Auges nicht mehr in 1 Punkt zusammen. Wir sehen nur etwas milchig Helles. So ist es bei Schnee und Eis auch.

Ähm, mal sehen, ob ich das beim nächsten Mal noch abrufen kann, wenn meine Tochter fragen sollte, warum Schnee eigentlich weiß ist ...


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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